Neues Medikament senkt Risiko der Wiedererkrankung

30. Jänner 2008, 12:01
posten

Langzeitstudie mit 6.000 Teilnehmerinnen verglich Mittel mit Tamoxifen: Krankheitsfreies Überleben um 15 Prozent verlängert

Wien - Ein Medikament soll einer Langzeitstudie zufolge das Wiedererkrankungsrisiko bei Brustkrebs senken. In der Untersuchung "ATAC 100 Monate" mit rund 6.000 Teilnehmerinnen hat sich die Behandlung mit Anastrozol im Gegensatz zum bisher üblichen Tamoxifen als wirksamer erwiesen.

Deutlich bessere Resultate

Das neuere Mittel Anastrozol bremst als Hemmer von Aromatase-Enzymen die körpereigene Produktion von Östrogen und senkt laut Studie - verglichen mit Tamoxifen - das Risiko für das Wiederauftreten von Brustkrebs um 24 Prozent und jenes für das Auftreten von Fernmetastasen um 16 Prozent. Das krankheitsfreie Überleben wurde um 15 Prozent verlängert.

Außerdem senkt das Medikament das Risiko für das Auftreten von contralateralem Brustkrebs um 40 Prozent, so Michael Gnant von der Medizinischen Universität Wien, Präsident der "Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group", im Rahmen einer Pressekonferenz.

Die Wirkung von Anastrozol gegenüber Tamoxifen nehme über die Zeit auch nach Behandlungsende noch zu und habe weniger Nebenwirkungen als das bisherige Standard-Mittel.

Therapie ohne Wiedererkrankung

In Österreich erkrankt jede achte Frau an Brustkrebs. Pro Jahr werden rund 5.000 neue Fälle diagnostiziert, die meisten ab einem Alter von 50 Jahren. Am häufigsten sterben Frauen zwischen 20 und 59 Jahren an Brustkrebs.

Eine Behandlung ist nur dann erfolgreich, wenn der Brustkrebs endgültig entfernt ist und keine Wiedererkrankung vorliegt. Anastrozol könne dabei helfen, so Irene Thiel, Gynäkologin im oststeirischen Weiz.

Die Studienergebnisse wurden bereits im vergangenen Dezember beim renommierten Brustkrebssymposium in San Antonio in den USA präsentiert. (APA)

"ATAC 100 Monate" ist eine der weltweit größten und am längsten dauernden Studien bei postmenopausalen Frauen mit frühem Brustkrebs, der auf das weibliche Geschlechtshormon Östrogen als Wachstumsfaktor angewiesen ist.

 

  • Bild nicht mehr verfügbar
    Anastrozol soll laut Studie das Wiedererkranungs- Risiko bei Brustkrebs deutlich senken.
    (Im Bild eine Brustkrebszelle)
Share if you care.