Hermann Maier zwischen Freude und Ärger

2. Februar 2003, 17:02
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"Konnte im Ziel nicht wirklich lachen"

St. Moritz - Eigentlich hätte sich ja auch Hermann Maier nach dem WM-Super-G von St. Moritz als Sieger fühlen dürfen - der "Herminator" selbst wollte das aber nicht so wirklich. Statt der Freude über Silber herrschte beim Salzburger zunächst einmal der Ärger über die schwächere Fahrt im unteren Teil vor, wo er nur die Teilplatzierungen 24 und 26 erreichte und definitiv dort Gold verspielte. Schlussendlich stellte aber dann auch Maier fest, dass die mit Bode Miller geteilte "Silberne" nach nur einem Monat Schneetraining, fünf Weltcuprennen und angesichts der Schwere der Beinverletzung doch etwas spezielles war.

"Keine optimale Fahrt"

"Wenn mir jemand zu Weihnachten gesagt hätte, dass ich hier dabei bin, hätte ich es ihm nicht geglaubt. Aber nach dem Sieg in Kitzbühel hab ich schon damit spekuliert, dass ich vorne dabei sein könnte", erklärte Maier, der im oberen Teil die Bestzeit hingelegt hatte, im Ziel aber 77 Hundertstel Rückstand auf Eberharter hatte. Bereits bei seiner Ankunft im Zielraum fühlte sich die Startnummer 26 trotz des Einsers auf der Anzeigetafel nicht als Sieger. "Ich habe gewusst, dass das keine optimale Fahrt war, teilweise war ich vier Meter von der Torstange entfernt. Deswegen konnte ich im Ziel auch nicht wirklich lachen."

"Kraft geht mir schon noch stark ab"

Maier fühlt sich trotz austrainierter 89 Kilogramm noch lange nicht am Zenit seiner Leistungsfähigkeit, schließlich hat der ÖSV-Start seit August kein spezielles Kraftprogramm mehr absolviert. "Die Ski-Kondition und die Kraft gehen mir schon noch stark ab, das hat man auch im unteren Teil gemerkt."

Abfahrtsstart?

Der zweite Platz Maiers könnte nun auch Auswirkungen auf die Situation im ÖSV-Abfahrtsteam haben, denn der 30-Jährige glaubt, sich nun nachhaltig empfohlen zu haben. "Ein zweiter Platz ist ja gar nicht so schlecht, ich glaube schon, dass sie mir eine Chance geben", so Maier, der starke Zeiten im oberen, abfahrtsähnlichen Gleitteil vorweisen konnte. Maier: "Die starken Zeiten in diesem Abschnitt sind sicher kein Nachteil, ich bin zuversichtlich."(APA)

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    Kampf um die letzten Hundertstel auf der Ziellinie.

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