Erneut Befragung von irakischem Experten geplatzt

2. Februar 2003, 13:45
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Wissenschaftler wollte nicht ohne Aufpasser vor UNO-Kontrolloren aussagen

New York/Bagdad - Wieder ist eine von den UNO-Waffenkontrolloren geforderte Befragung eines irakischen Wissenschaftlers unter vier Augen nicht zustande gekommen. Wie der Sprecher der UNO-Waffenkontrollkommission (UNMOVIC), Hiro Ueki, am Samstag in Bagdad erklärte, weigerte sich ein Wissenschaftler am Samstag, ohne einen irakischen Aufpasser befragt zu werden. Die Chefs der Waffenkontrollore, Hans Blix und Mohammed ElBaradei, machen einen Besuch in Bagdad am 8. Februar vor allem von der Zulassung solcher vertraulicher Gespräche durch die irakische Führung abhängig. Außerdem sollen den Kontrolloren Überwachungsflüge erlaubt werden.

Der irakische Vize-Ministerpräsident Tarek Aziz sagte am Samstag am Bagdad, dass die irakische Führung Wissenschaftler nicht dazu zwingen könne, ohne Beobachter mit den UNO-Inspektoren zu sprechen. Zudem seien nicht alle Wissenschaftler des Englischen mächtig. Sie benötigten daher irakische Übersetzer, damit ihre Angaben nicht falsch verstanden würden. Zu den Überwachungsflügen sagte Aziz, der Irak könne deren Sicherheit nicht garantieren, solange Kampfflugzeuge der USA und Großbritanniens in den für irakische Maschinen gesperrten Zonen im Norden und Süden des Landes patrouillierten. Der Irak hatte Blix und ElBaradei zum Besuch eingeladen.

Mangelnde Koordination

Laut Ueki durchsuchten die UNO-Waffenexperten am Samstag insgesamt 12 Anlagen. Dabei versuchten sie unter anderem, Informationen über den Stand der irakischen Raketenantriebs-Programme zu sammeln. Ein Team flog per Hubschrauber zum Tuz-Flugplatz rund 150 Kilometer nördlich von Bagdad. Dort befragte das Team einen hochrangigen Offizier und inspizierte Munitionslager.

UNMOVIC-Chef Blix und der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ElBaradei hatten am vergangenen Montag im UNO-Sicherheitsrat dem Irak erneut mangelnde Kooperation vorgeworfen. Sie fordern unter anderem Angaben über den Verbleib von Milzbranderregern und über Bestände des tödlichen Nervengases VX. (APA/dpa/Reuters)

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