Ex-NASA-Ingenieur warnt NASA seit Jahren vor fehlender Sicherheit

2. Februar 2003, 13:52
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"Verheerendes Missmanagement an der NASA-Spitze"

London - Die US-Weltraumbehörde NASA hat nach einem Bericht der in London erscheinenden Zeitung "The Observer" wiederholt Expertenwarnungen über die Sicherheit des amerikanischen Raumfahrtprogramms erhalten. Der Zeitung zufolge hat der frühere NASA-Ingenieur Don Nelson im vergangenen Sommer in einem Schreiben an US-Präsident George W. Bush appelliert, durch seine Intervention "ein katastrophales Raumfährenunglück" zu verhindern.

Nelson, der nach 36 Jahren bei der NASA 1999 in den Ruhestand ging, sagte der Sonntagszeitung: "Die jüngste Katastrophe ist auf das verheerende Missmanagement an der NASA-Spitze zurückzuführen."

Bessere "Rettungsmodelle"

Nelson zufolge hat die NASA ständig das Drängen von Experten auf die Entwicklung besserer "Rettungsmodelle" für die Shuttle-Besatzung ignoriert. Seit dem Challenger-Unglück von 1986 sei die Sicherheitskultur bei der NASA "langsam ausgehöhlt" worden.

Dem "Observer" zufolge wurden im August 2002 Risse in den Brennstofftanks der Shuttle-Startanlage entdeckt. Einen Monat zuvor sei von offizieller Stelle das "unzureichende Management des Sicherheitsprogramms" bemängelt worden. Im August 2000 wurden angeblich im Kabelsystem der Columbia 3.500 Defekte gefunden.

Laut "Observer" hat auch der frühere Chef des US-Beirats für Raumfahrtsicherheit, Richard Bloomberg, im vergangenen April seine "tiefe Besorgnis über die Sicherheit des Raumfahrtprogramms" geäußert. Bei einer Senatsanhörung im September 2001 sei festgestellt worden, dass NASA-Manager aus Budget-Gründen Verbesserungen bei der Sicherheit als "optional" eingestuft hätten. (APA/dpa)

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