Auch australische "Weltraum-Spinnen" verglühten

2. Februar 2003, 09:15
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Projekt zur Materialforschung trauert um Columbia-Crew

Melbourne - Die Absturz-Katastrophe der US-Raumfähre Columbia hat auch ein ungewöhnliches australisches Forschungsprojekt betroffen. Als der Space Shuttle am Samstagmorgen über dem US-Bundesstaat Texas seine siebenköpfige Besatzung in den Tod riss, verglühten auch insgesamt acht goldene Kugelspinnen, wie Kevin Manning von der Universität Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) am Sonntag mitteilte. "Wir haben uns darauf gefreut, heute unsere Spinnen zurückzubekommen, aber alles was wir jetzt wirklich zurück wollen, sind unsere sieben Astronauten", sagte Manning. Die "Astronauten-Spinnen" waren in vierjähriger Arbeit gemeinsam mit College-Studenten und der US-Raumfahrtbehörde NASA im Zoo von Melbourne gezüchtet worden.

Der Start zum Weltraumflug der Spinnen war in Australien Mitte Jänner auf großes Medieninteresse gestoßen. Manning zufolge testete die Columbia-Crew auf ihrer 16-tägigen Mission das Webverhalten der Spinnen in der Schwerelosigkeit. Neunzig Prozent der dabei gewonnenen Daten seien auch bereits nach Australien übermittelt worden. "Was uns noch fehlt, sind die Spinnen und ihre Netze", sagte Manning weiter. "Aber das alles ist jetzt ziemlich unbedeutend geworden." Kugelspinnen sind für die Forscher interessant, weil sie ihre Netze nicht nur symmetrisch, sondern auch dreidimensional weben. Möglicherweise soll ein Imitat der Spinnenseide in der Raumfahrt Verwendung finden. (APA/AFP)

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