Brasilien: Neues Parlament nimmt nach "Wechselfieber" Arbeit auf

1. Februar 2003, 21:25
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35 Abgeordneten traten zu Lulas Parteienbündnis über

Brasilia - Nach zahlreichen Parteiwechseln hat das neue brasilianische Bundesparlament seine Arbeit aufgenommen. Wie Medien berichteten, wechselten zwischen den Wahlen im Oktober und der feierlichen Zeremonie vom Samstag in Brasilia mindestens 35 der 513 Abgeordneten des Unterhauses die Partei. Die meisten seien dem Mitte-Links-Bündnis des neuen Präsidenten Luiz Inácio "Lula" da Silva beigetreten, das die Zahl seiner Vertreter seit den Wahlen von 225 auf 260 erhöht und so die absolute Mehrheit erreicht habe, hieß es.

Die Parteizugehörigkeit und auch die Ideologien haben in der brasilianischen Politik traditionell nur eine geringe Bedeutung. Die "Partei der Arbeiter" (PT) von Lula hoffe sogar, in den nächsten Tagen weitere acht bis zehn Abgeordneten zum Wechsel überreden zu können, berichtete die Zeitung "Estado de Sao Paulo" am Samstag.

Wenn die "Partei der Demokratischen Bewegung" (PMDB) wie erwogen dem Koalitionsbündnis beitritt, wird Lula in der Abgeordnetenkammer sogar auf 330 Sitze kommen. Damit würde die für Verfassungsreformen nötige Mehrheit von 308 Stimmen deutlich übertroffen werden. (APA/dpa)

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