Tischtennis: Unwissen wurde Schlager zum Verhängnis

7. Februar 2003, 10:56
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Schläger zu Kleinholz verarbeitet - Bei Top 12 in Saarbrücken disqualifiziert

Saarbrücken - Der Weltranglisten-Vierte Werner Schlager hat sich am Sonntag um den möglichen Final-Einzug beim Europa-Top-12 in Saarbrücken gebracht. Der Niederösterreicher wurde im Halbfinale gegen den Weltranglisten-Ersten Timo Boll nach absichtlicher Beschädigung seines Schlägers disqualifiziert und hält bei diesem Traditionsevent damit weiter bei einem Erfolg (Alassio 2000). Der Titelverteidiger aus Deutschland gewann anschließend auch das Endspiel gegen den Weißrussen Wladimir Samsonow.

Traumstart von Schlager

Schlager erwischte gegen Boll einen Traumstart und wies den Europameister vor dessen Heimpublikum in die Schranken. Der Sollenauer lag schon mit 3:0 Sätzen voran, ehe Boll aufkam und Schlager sein stumpf werdender Schläger-Belag mehr und mehr zu schaffen machte. "Im sechsten Satz wollte ich daher den Schläger wechseln", erklärte das ÖTTV-Ass danach. Doch der Referee aus Luxemburg hielt das nicht für notwendig, woraufhin Schlager den Rückhand-Belag bei 4:10 absichtlich noch mehr beschädigte.

Regel-Unkenntnis

"Ich habe mir gedacht, jetzt muss er mich doch wechseln lassen. Doch leider habe ich nichts von der Regel gewusst, dass man nach absichtlicher Schläger-Beschädigung nicht mehr wechseln darf", nahm der dreifache EM-Bronzemedaillen-Gewinner 2002 in Zagreb die Schuld auf sich. Die betreffende Bestimmung gibt es seit rund drei Jahren, wird aber kaum angewendet. Schlager hätte die Möglichkeit gehabt, nach der ersten Bitte um einen Wechsel den Oberschiedsrichter zu holen, doch er wählte den falschen Weg.

Stehaufmännchen Boll

Boll wurde im Endspiel einmal mehr zum Stehaufmännchen. Nachdem er im Halbfinale und auch im Viertelfinale gegen Jean-Michel Saive einen 0:3-Satzrückstand noch mehr als wettmachte, holte der 21-Jährige auch gegen Samsonow ein 0:2 auf, ehe er sich 4:3 (-10,-8,12,10,11,-11,7) durchsetzte. Da davor die 35-jährige gebürtige Chinesin Jie Schöpp mit einem 4:2-Erfolg gegen die topgesetzte Tamara Boros aus Kroatien ihren zweiten Top-12-Erfolg nach 1994 landete, war es für das Veranstalterland eine optimale Final-Session.(APA)

Finale:

  • Boll - Samsonow 4:3 (-10,-8,12,10,11,-11,7)

    Halbfinale:

  • Timo Boll (GER-1) - Werner Schlager (AUT-2) 4:3 (-4,-5,-9,7,5,4,0) nach Disqualifikation Schlagers nach sechstem Satz

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