Max-Planck-Genforscher erhalten wichtigen US-Preis

1. Februar 2003, 20:13
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München/Göttingen - Für ihre Studien zur Steuerung der Gene bekommt ein deutsches Forscherteam den "Newcomb Cleveland-Preis 2001/2002". Die älteste Auszeichnung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) geht an die Gruppe des Biochemikers Thomas Tuschl vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen sowie an zwei US-Teams.

Das teilte die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) am Freitag in München mit. Der mit 10.000 US-Dollar (rund 10.000 Euro) dotierte Preis ehrt seit 1923 alljährlich hervorragende Veröffentlichungen im Fachjournal "Science" der AAAS.

Die diesjährigen Preisträger hätten eine bisher unbekannte Steuerungsebene der Gene zu Tage gefördert, die unter anderem an zahlreichen Krankheiten wie Krebs beteiligt sein könnte, hieß es. Dabei zerstören bestimmte kleine Erbgut-Kopien die Botenmoleküle, die Informationen aus dem Zellkern zu den Proteinfabriken der Zelle transportieren. Mit dieser so genannten RNA-Interferenz lassen sich einzelne Gene ganz oder teilweise "stumm" schalten.

"Damit haben die Forscher erstmals eine Möglichkeit in Händen, Gene an- und abzuschalten", erläuterte eine MPG-Sprecherin. Den Göttinger Forschern gelang es zudem, diese Funktion bei Säugetierzellen nachzuweisen. Dies eröffne möglicherweise neue Chancen in der Gentherapie. Mit den Göttinger Ergebnissen sei es anderen Forschern bereits Mitte vergangenen Jahres gelungen, die Ausbreitung von Aidsviren in Zellkulturen zu stoppen. (APA/dpa)

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