Bemannte Raumfahrt

1. Februar 2003, 17:07
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Mehr als 40-jährige Erfahrung

Frankfurt - Die bemannte Weltraumfahrt stützt sich inzwischen auf mehr als 40-jährige Erfahrung: Am 12. April 1961 flog der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch in den erdnahen Weltraum. Sein Aufenthalt dort mit der Raumkapsel Wostok-1 beschränkte sich auf eine Erdumrundung und währte nur knapp zwei Stunden. Die nächsten Raumfahrer waren Amerikaner, am 5. Mai desselben Jahres Alan Shepard, am 21. Juli Virgil Grissom, - jeweils mit einem ballistischen Flug.

Erst im Februar 1962, ein halbes Jahr nachdem der Russe German Titow die Erde fast 18-mal in einem Raumschiff umflogen hatte, holten die USA ein wenig auf: Astronaut John Glenn umkreiste mit der Kapsel Friendship-7 drei Mal den blauen Planeten.

In den folgenden Jahren brachte die von kaltem Krieg und Wettrüsten geprägte und vorangetriebene Raumfahrt immer neue spektakuläre Unternehmen und Höhepunkte. Zunächst konnte die Sowjetunion mit einer Erstleistung nach der anderen aufwarten, so im Juni 1963 mit der ersten Frau im Weltall und im März 1965 mit dem ersten Ausstieg eines Raumfahrers aus einem Raumschiff in den freien Raum. Den sowjetischen Wostok-Kapseln folgten die mehrsitzigen und vielseitigen Sojus-Schiffe sowie dann die ersten Raumstationen, den amerikanischen Einmannkapseln die zweisitzigen Gemini-Geräte und schließlich die Apollo-Schiffe, mit denen im Juli 1969 erstmals und bis Ende 1972 noch fünf Mal jeweils zwei Menschen auf dem Mond waren.

Während sich die sowjetische Raumfahrt auf die Konstruktion und den Dauerbetrieb von Raumstationen konzentrierte, entwickelten die USA ihr wiederverwendbares Raumfährensystem, mit dem seit Anfang der achtziger Jahre Menschen und Material zu teilweise geheimen Forschungsaufgaben sowie kommerziellen Zwecken auf Erdumlaufbahnen befördert werden. Die Raumfähren werden inzwischen auch häufig eingesetzt, um Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) zu bringen oder von dort abzuholen.

Dieses System wurde allerdings auch von den schwersten Katastrophen in der Raumfahrt betroffen: Am 28. Januar 1986 kamen kurz nach dem Start sieben Besatzungsmitglieder bei der Explosion ihres Raumschiffes "Challenger" ums Leben. Fast genau 17 Jahre später, am 1. Februar 2003, stürzte die Raumfähre "Columbia" offenbar bei der Rückkehr zur Erde ab. Die NASA verlor den Funkkontakt zu der siebenköpfigen Besatzung, als sich das Raumschiff 60.000 Meter über Texas befand. (APA/AP)

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