US-Befehlshaber will Truppen in Südkorea verstärken

1. Februar 2003, 16:08
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2000 Soldaten und zwei Dutzend Langstrecken-Bomber angefordert

Washington - Angesichts des Atomstreits mit Nordkorea hat der Befehlshaber der US-Truppen im Pazifik-Raum Fernsehberichten zufolge die Entsendung von 2.000 zusätzlichen US-Soldaten nach Südkorea angefordert. Wie der Fernsehsender CBS am Freitag berichtete, forderte der Befehlshaber zudem, rund zwei Dutzend Langstrecken-Bomber der Typen B-52 und B-1 auf die US-Pazifikinsel Guam zu verlegen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe das Gesuch noch nicht gebilligt. Das Verteidigungsministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die USA haben in Südkorea rund 37.000 Soldaten stationiert.

In den vergangenen Monaten hatte sich das Verhältnis zwischen den USA und dem kommunistischen Nordkorea stark verschlechtert. Anlass war, dass Nordkorea nach US-Angaben entgegen einem Abkommen sein Atomprogramm fortgesetzt hat.

Aus Kreisen der US-Regierung war am Freitag verlautet, auf Bildern von US-Spionagesatelliten seien Lastwagen zu sehen, die möglicherweise Brennstäbe aus Lagern in die Nähe der nordkoreanischen Wiederaufbereitungsanlage Yongbyon transportierten. Nach Ansicht von Geheimdienstexperten könnten die Bewegung der Brennstäbe sowie weitere beobachtete Aktivitäten darauf hinweisen, dass Nordkorea die Herstellung einer Atombombe plane.

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hatte am Freitag erklärt, Nordkorea könne innerhalb von sechs Monaten waffentaugliches Plutonium herstellen, sollte das Land die Wiederaufbereitungsanlage wieder in Betrieb nehmen.

"Abenteuer" Pjöngjangs bei Irak-Krieg verhindern Mehrere Tausend Mann Verstärkung möglich - Rumsfeld hat über Anfrage noch nicht entschieden Washington/APA/Reuters

Mit der angeforderten Verstärkung der Truppen wolle Oberbefehlshaber Thomas Fargo Nordkorea davon abhalten, im Fall eines US-Angriffs auf den Irak "Abenteuer" zu unternehmen, hieß es am Freitag (gestern/Ortszeit) aus Verteidigungskreisen in Washington. Allerdings habe Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über die Anfrage noch nicht entschieden.

"Der Admiral (Fargo) will sicherstellen, dass Norkorea kein Abenteuer unternimmt, um sich einen Vorteil davon zu verschaffen, was es für die Hauptbeschäftigung der USA mit Irak halten könnte", hieß es in den Kreisen. Bei der Zahl der angeforderten Soldaten könne es sich um mehrere tausend Mann handeln. Die USA haben derzeit rund 37.000 Soldaten in Südkorea stationiert. Die Anfrage sei bereits vor einigen Wochen eingegangen. US-Präsident George W. Bush wolle den Atomstreit mit Nordkorea jedoch friedlich beilegen und vorsichtig vorgehen.

US-Außenminister Colin Powell sagte am Freitag vor dem World Affairs Council in Washington, die USA seien bereit, eine "andere Art der Beziehung" mit Nordkorea aufzubauen. Es sei jedoch nicht leicht, einem Staat zu helfen der derartig ablehnend auf die Besorgnis der internationalen Gemeinschaft reagiere, fügte Powell hinzu. (APA/Reuters)

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