Carter: Bushs Haltung zu Irak-Krieg nicht überzeugend

2. Februar 2003, 21:43
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Ex-Präsident kritisiert "fehlende Beweise einer echten Bedrohung"

Atlanta - US-Präsident George W. Bush hat nach Einschätzung des Friedensnobelpreisträgers Jimmy Carter die US-Bürger und die Europäer bisher nicht von der Notwendigkeit eines Krieges gegen den Irak überzeugt. Die US-Regierung habe keine überzeugenden Argumente für einen Präventivschlag gegen den Irak geliefert, hieß es in einer am Freitag (gestern/Ortszeit) veröffentlichten Erklärung des ehemaligen US-Präsidenten. "Es ist ernüchternd festzustellen, wie viele Zweifel und Sorgen es über unsere Kriegsmotive gibt angesichts fehlender Beweise einer echten Bedrohung durch Irak." Carter fügte hinzu, es wäre besser für die USA und die Welt, wenn sich die US-Regierung für eine Stärkung der UNO-Waffeninspektionen im Irak einsetzen würde.

Die USA und Großbritannien haben dem Irak mit Krieg gedroht, sollte das Land nicht die Abrüstungsforderungen der UNO erfüllen. Bush hat erklärt, notfalls auch ohne Mandat der UNO gegen den Irak Krieg zu führen. Nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair hatte sich Bush am Freitag für eine zweite UNO-Resolution zum Irak ausgesprochen, wenn dadurch der Druck der USA zur Abrüstung des Landes nicht geschwächt werde. Die USA würden sich jedem Versuch widersetzen, die Abrüstung des Irak zu verzögern, sagte Bush.

Der Irak hat Vorwürfe der USA und Großbritanniens zurückgewiesen, über Massenvernichtungswaffen zu verfügen. Die UNO-Waffeninspektoren sollen in dem Land überprüfen, ob der Irak diese Waffen besitzt oder produziert. Am 14. Februar sollen die Chefinspektoren dem UNO-Sicherheitsrat einen weiteren Bericht über die Kontrollen im Irak vorlegen. (APA/Reuters)

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    Jimmy Carter

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