Crack und Kokain auf dem Vormarsch

3. Februar 2003, 13:21
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Europol erkennt Anstieg der Kriminalität, "aggressiveres Marketing" und einen expandierenden Markt für synthetische Drogen

Den Haag - Der Handel mit Suchtgift und insbesondere das Geschäft mit synthetischen Drogen bereiten den Polizeibehörden in der Europäischen Union (EU) zunehmend Sorgen. Dabei mache die Jagd nach Abnehmern für Drogen auch vor Kindern nicht Halt. Zusammen mit illegaler Zuwanderung und Menschenhandel finde das organisierte Verbrechen bei den Drogen sein wichtigstes Betätigungsfeld, so stelle die europäische Polizeizentrale Europol in Den Haag fest.

"Generell wird der Drogenmarkt durch zunehmende Konkurrenz und aggressiver betriebenes Marketing bei immer jüngeren Kunden gekennzeichnet", betont die Organisation in einem Überblick über die wichtigsten Bereiche der Kriminalität. Während sich der Handel mit Heroin in der EU stabilisiere und in Zukunft möglicherweise rückläufig entwickele, wachse der Absatz von Kokain und Crack-Kokain vor allem in Großbritannien, heißt es in dem Bericht.

"Synthetische Drogen bereiten den meisten Ländern wachsende Sorgen", berichtet Europol nach Angaben vom Samstag. Nach Erkenntnissen der Polizei kontrollieren britische, niederländische und belgische Gruppen das Geschäft mit Ecstasy in der EU und über die europäischen Grenzen hinaus.

Schleuserkriminalität und Menschenhandel gewinnen nach Darstellung von Europol in der EU an Bedeutung, weil die illegale Zuwanderung immer schwerer wird und weil hohe Profite winken. Auch relativ milde Strafen für verurteilte Täter spielten eine Rolle. Deshalb verlegten sich immer mehr Gruppen organisierter Verbrecher auf diese Tätigkeit. Dabei verliere übrigens die Nationalität von Tätern und Opfern an Bedeutung. "Menschen werden zunehmend wie eine gewöhnliche Ware angesehen", fanden die Ermittler heraus. (APA/dpa)

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    Das ist Crack.

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