Südkoreas Präsident soll alle Geheim-Transaktionen mit Nordkorea offenlegen

1. Februar 2003, 10:28
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Gerüchte erstes Nord-Süd-Gipfeltreffen sei über größere Finanzhilfen an Nordkorea erkauft worden

Seoul - Südkoreas Regierung ist in den Verdacht geraten, sich Nordkoreas Zusage zum ersten Nord-Süd-Gipfeltreffen im Juni 2000 angeblich mit Millionenbeträgen erkauft zu haben. Die südkoreanische Opposition forderte heute, Freitag, vom scheidenden Staatspräsidenten Kim Dae Jung die volle Wahrheit und eine öffentliche Entschuldigung. "Präsident Kim muss alle Geheim-Transaktionen offen legen, die mit Nordkorea zu tun haben", hieß es in einer Erklärung der größten Oppositionspartei, Große Nationalpartei (GNP). Die ganze Verantwortung liege bei Kim Dae Jung, sagte ein GNP-Sprecher. Der Präsident war in Anerkennung seiner "Sonnenscheinpolitik" gegenüber dem Norden mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Gerüchte über größere Finanzhilfen an Nordkorea, die angeblich kurz vor dem Gipfel geflossen sein sollen, haben in Südkorea bereits seit dem vergangenen September für heftige Debatten gesorgt. Am Donnerstag hatte der Rechnungshof einen Untersuchungsbericht vorgelegt, nach dem eine Tochtergesellschaft des Hyundai-Konzerns 224 Milliarden Won (etwa 180 Millionen Euro) eines größeren Kredits der staatlichen Korea Development Bank kurz vor dem Gipfel heimlich für Geschäftsprojekte mit Nordkorea gebraucht habe. Die genaue Verwendung des Geldes und die Hintergründe seien jedoch noch ungeklärt, hieß es. (APA/dpa)

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    Kim Dae Jung unter Druck

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