Architekten kämpfen um Grazer Thalia

3. Februar 2003, 11:29
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Das architektonische Juwel aus den 50er-Jahren soll erweitert werden - Das Projekt stößt zunehmend auf Widerstand

Graz - In Graz fand am Donnerstag eine Bauverhandlung bezüglich der Thalia statt. Wie berichtet, soll das architektonische Juwel aus den 50er-Jahren neben dem Opernhaus durch ein aufgesetztes Hotel und zwei Probebühnen erweitert werden. Das Projekt des Bauherrn Acoton stößt aber zunehmend auf Widerstand: Eine Bürgerinitiative sammelte Tausende Unterschriften.

Klaus Engel vom Baurechtsamt wird seine Entscheidung schriftlich formulieren, was - abhängig vom Gewicht der Einwendungen seitens der betroffenen Nachbarn - noch dauern kann. Der Architekt Volker Giencke, Mitglied der Altstadt-Sachverständigenkommission, wollte das Ergebnis aber nicht abwarten: Er unterbreitete Kulturstadtrat Siegfried Nagl (VP) den Vorschlag, die Thalia zur Heimstätte diverser kultureller Einrichtungen zu machen. "Der Frust" - aufgrund der Wettbewerbsausschreibung und des Ergebnisses - sei derart groß, dass sich Architekten, Kunst- und Kulturschaffende entschlossen hätten, "den Bestand der Thalia zu den gleichen Bedingungen" wie der derzeitige Bauträger "zu kaufen und zu betreiben". Man würde die Thalia sanieren und auch die Forderungen der Vereinigten Bühnen erfüllen.

Siegfried Nagl spricht von einem "überraschenden Vorstoß", sieht aber derzeit keine Möglichkeiten: "Es gibt einen Vertrag zwischen der Stadt und Acoton, an den wir gebunden sind." (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 31.1.2003)

  • (Zum Vergrößern)Computeranimationen des Architekten Heiner Hierzegger zum Hotel-Projekt Thalia in Graz
    foto: büro hierzegger

    (Zum Vergrößern)

    Computeranimationen des Architekten Heiner Hierzegger zum Hotel-Projekt Thalia in Graz

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