Statt Ballermann Big-Band-Sound

17. Februar 2003, 10:50
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Das Gasteinertal will nicht länger der "Ballermann der Alpen" sein und bespielt mit "Snow Jazz Gastein" die Einkehrhütten mit Saxophon.

In den Skihütten des Gasteinertales wird zwischen 14. und 23. März statt der üblichen Pop-Musik aus der Konserve Live-Jazz angeboten. Das Festival "Snow Jazz Gastein" wird sich nun schon in der zweiten Saison darum kümmern. Schwerpunkt des diesjährigen Programms ist das Saxophon. Bespielt werden neben den Einkehrhütten auch das Casino, das Sägewerk und mehrere Hotels.

Im Rahmen von "Snow Jazz Gastein" sollen heuer die "vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Saxophons" vorgestellt werden, gaben die Veranstalter bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Wien bekannt. Da geht es vom klassischen Jazz-Quartett über das Solo-Instrument über den Big-Band-Sound bis hin zum 12-köpfigen Saxophon-Ensembles. International anerkannte Musiker wie die Portugiesin Maria Joao, das österreichische Quartett Saxofour, Bob Mintzer und Nicolas Simion werden ebenso auftreten wie noch unbekannte Jazz-Musiker.

... etwas anderes als DJ Ötzi"

"Wir wollen den Gästen etwas anderes bieten als DJ Ötzi", meinte der Geschäftsführer der Gasteinertal Tourismus GmbH, Gernot Riedel, "mehr Kultur." Das Tal wolle nicht länger der "Ballermann der Alpen" sein und sich von anderen Wintersportregionen abheben. Und Sepp Grabmaier, künstlerischer Leiter des Festivals, freut sich, einer Tourismusregion "Kultur untergejubelt zu haben".

Rund 70.000 Euro soll das Festival kosten. Bezahlt wird es von den Tourismusbetrieben. 6.000 Besucher habe die Veranstaltungsreihe im letzten Jahr angelockt, das Tal konnte 500 zusätzliche Übernachtungen verbuchen. Rechnen wird sich das Festival vermutlich aber auch dieses Jahr nicht. Es gehe aber weniger um den wirtschaftlichen Erfolg: "Der Imagefaktor steht im Vordergrund", so Riedel. Dementsprechend sollen auch die Eintrittspreise in erträglichen Maßen bleiben: Die teuerste Karte kostet etwa 20 Euro.

Breitentauglicher Jazz

Studien über die Besucherstruktur der Wintersportregion zeigen - so Riedel -, dass genug Potenzial für das richtige Publikum vorhanden ist. Nach Gastein kommen demnach eher Gäste mit höherer Bildung und höherem Einkommen. Kernpublikum seien 30- bis 59-jährige. Damit seien sie Menschen, die "eher Assoziationen zum Thema Jazz anstellen könnten."

Freilich werde man trotzdem - insbesondere in den Skihütten - eher "breitentaugliche Kost" bringen. "Freejazz werden wir sicher nicht anbieten", meint Grabmaier dazu. Man wolle einen "Querschnitt durch die Möglichkeiten" des Jazz anbieten und die Grenzen zwischen Einheimischen und Skigästen lockern.

Ausgangspunkt für die Idee ist das Sägewerk Bad Hofgastein, wo Sepp Grabmaier regelmäßig Jazz-Konzerte anbietet. Vorbilder gäbe es sonst keine für das Projekt, beteuert Grabmaier. Im Moment bemüht man sich, die erste fixe Jazz-Skihütte Österreichs zu etablieren, in der die ganze Saison hindurch neben Jagertee und Blunzengröstl auch Jazz angeboten wird. (APA)

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Jazz Gastein

Infos auch unter 06432/3393-121

  • Artikelbild
    pressefoto: snow jazz gastein
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