NBA: Der Champion heißt San Antonio

16. Juni 2003, 12:34
10 Postings

Die Spurs gewannen das sechste Finalspiel gegen die New Jersey Nets mit 88:77 und entschieden die best of seven-Serie mit 4:2 für sich

San Antonio - Die San Antonio Spurs dürfen über ihren zweiten Meistertitel in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga (NBA) jubeln. Der NBA-Champion von 1999 gewann am Sonntag vor heimischem Publikum das sechste Playoff-Finalspiel gegen die New Jersey Nets mit 88:77 und setzte sich in der best of seven-Serie mit 4:2 durch. Vor allem dank Superstar Tim Duncan, der am Sonntag mit einem Triple Double (21 Punkte, 20 Rebounds, 10 Assists) vor 18.797 Zuschauern einmal mehr der Matchwinner war und von seinen Mitspielern und den Fans dementsprechend gefeiert wurde.

Der auf der Karibikinsel St. Croix geborene Profi war wie schon beim Triumph vor vier Jahren der alles überragende Akteur und lieferte auch im sechsten Duell mit den Nets eine eindrucksvolle Vorstellung. "Es ist ein unglaubliches Gefühl. Besonders freut es mich, dass wir daheim vor unseren Fans gewonnen haben. Das ist großartig für sie und großartig für uns", jubelte Duncan nach dem Titelgewinn.

Starkes Finish der Spurs

Dabei hatte es bis zum Schlussviertel nicht danach ausgesehen, als könnten die Spurs die Serie vorzeitig für sich entscheiden. Erst 6:34 Minuten vor Spielende gingen sie durch einen "Dreier" von Stephen Jackson mit 73:72 erstmals in Führung, doch danach waren die Hausherren nicht mehr zu halten und zogen uneinholbar davon.

"Tim Duncan ist der Supermann. Er ist der beste Spieler des Planeten. Wir haben alles versucht, doch die Spurs waren mit ihm eine Nummer zu groß", befand Jason Kidd, der mit den Nets im vorjährigen Finale den Los Angeles Lakers mit 0:4 unterlegen war. Möglicherweise wird der nunmehrige "Free Agent", mit 21 Punkten bester Werfer seines Teams, in der kommenden Saison in San Antonio seine Dollar verdienen. "Noch ist aber nichts entschieden", versicherte Kidd, dessen Pendant bei den Spurs, der 21-jährige gebürtige Belgier Tony Parker, als zweitjüngster Champion nach Magic Johnson in die 57-jährige NBA-Historie einging. Geschichte schrieb auch der 40-jährige Kevin Willis, der nach 19 NBA-Spielserien erstmals zu Meisterehren kam.

David Robinson krönt seine Karriere

Ein happy end gab es auch für den 37-jährigen Center David Robinson. Das langjährige Idol der Spurs durfte am Ende seiner 14-jährigen Laufbahn die vergoldete Trophäe endlich in seinen Händen halten. "Ich danke Gott, mein Glück ist perfekt. Ein schöneres Ende konnte es nicht geben", sagte der Olympiasieger von 1992 und 1996 sowie zehnmalige NBA-All-Star, ehe er mit Tim Duncan für das "Foto des Jahres" posierte.

Schweißgebadet und mit einem stolzen Lächeln standen die legendären "Twin Towers" ein letztes Mal im Blitzlichtgewitter. Robinson (2,16 m), der noch einmal mit 13 Punkten und 17 Rebounds glänzte, reckte den NBA-Pokal in die Höhe, Duncan (2,13 m) seinen Cup, den er als "Wertvollster Spieler" (MVP) der Playoffs überreicht bekam. Der "Admiral", wie Robinson wegen seiner Collegezeit in der Marine-Offiziersakademie in Annapolis genannt wird, wusste nur zu gut, dass er sich für sein zweites Championat in erster Linie bei seinem "Bruder" Duncan bedanken musste.

Spurs in dieser Saison überragend

Der Durchmarsch der Spurs überraschte nicht. Mit Gregg Popovich werden sie vom "Trainer des Jahres" gecoacht, Duncan wurde zum zweiten Mal als MVP der regulären Saison gewählt, mit 60 Siegen und 22 Niederlagen wiesen sie die beste Vorrunden-Bilanz auf. Auf dem Weg ins Finale hatten sie nach großen Spielen erst Titelverteidiger Los Angeles Lakers (4:2) und danach die ab der vierten Partie ohne ihren deutschen Star Dirk Nowitzki spielenden Dallas Mavericks (4:2) ausgeschaltet.

Dennoch verzeichnete das Finale gegen die Nets die niedrigsten TV-Quoten seit Jahren. Mit ihrer unattraktiven, defensiven Spielweise haben sie Amerika extrem gelangweilt, hieß es in den Medien. Derartige Kritik störte Robinson nicht: "Jeder soll sagen, was er will. Ich bin am Ende noch einmal höher als hoch gestiegen und endlos zufrieden. Nur das zählt für mich".(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Most valuable Player Tim Duncan (links) und Teamkollege David Robinson.

Share if you care.