FPÖ: Männerrechte zum "Wohl der Kinder"

9. Jänner 2008, 19:33
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Strache pocht auf verpflichtende gemeinsame Obsorge - Benachteiligung von Vätern durch Fall Luca bestätigt

Wien - Die FPÖ macht sich weiter Sorgen um Männer. Um deren Gleichstellung mit Frauen sei es in vielen Bereichen in Österreich schlecht bestellt, erneuerte die Partei ihre bereits im September geäußerte Kritik. Änderungen wünscht sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vor allem im Scheidungsrecht. Auf einer Pressekonferenz am Freitag zusammen mit FPÖ- Gleichbehandlungsbeauftragten Karlheinz Klement und Justizsprecher Peter Fichtenbauer (F) pochte er unter anderem auf eine verpflichtende gemeinsame Obsorge. Vom Fall Luca fühlen sich die FPÖ-Vertreter in ihrer Linie bestätigt.

Fall Luca: Kind dem Vater geben

Die Behörden hätten das Baby sterben lassen und "kein Mensch sei auf die Idee gekommen, das Kind dem Vater zu übergeben", meinte Fichtenbauer. Väter würden in Österreich eben systematisch als zweite Verantwortungsperson ausgeblendet, so der Abgeordnete. Weitere Forderungen zur Korrektur der"dramatischen Schräglage" in dem Bereich: Die Einführung von gesetzlichen Erledigungsfristen von maximal sechs Monaten bei Besuchsrechtsverfahren. Außerdem stellte Fichtenbauer Überlegungen an, bei Unterhaltszahlungen ab einer gewissen Summe für den anderen Elternteil (im Regelfall ist das die Mutter) eine Rechnungslegungspflicht einzuführen. Der staatliche Unterhaltsvorschuss für nicht zahlende Väter müsse über das 18. Lebensjahr hinaus ausgedehnt werden, hieß es.

Angriff auf Gender-Mainstreaming

Eine tendenzielle "Überbevorzugung" von Frauen befürchtet Klement auch abseits des Scheidungsrechts. Unter dem Deckmantel "Gender-Mainstreaming" komme es oft zu einer Schlechterstellung von Männern. Als Beispiel nannte er, dass im öffentlichen Dienst bei gleicher Qualifikation Frauen bevorzugt werden müssen. Außerdem fehle es an Schulen und Kindergärten aufgrund der Überzahl an weiblichem Personal an männlichen Vorbildern. Männliche Kinder würden hier oft "völlig allein gelassen", so Klement.

Ungleichgewicht bei Frauen- und Männervereinen

Ein starkes Ungleichgewicht sieht der FPÖ-Abgeordnete auch bei der Förderungspolitik bezüglich Frauen- bzw. Männervereinen. Weiter verwies er darauf, dass sich auf der Homepage von Frauenministerin Doris Bures (S) 193 Links zu beratenden Frauen-Organisationen gebe. Bei Männerminister Erwin Buchinger (S) hingegen gebe es nur sechs, einen zur einer Beratungsstelle für gewalttätige Männer und einen zweiten für Homosexuelle. "Sei nicht gewalttätig und sei irgendwo gut aufgehoben in einem Schwulenverein", sei das einzige, was man Hilfe suchenden Männern hier vermittle, so Klements Urteil.

"Völlig absurd und lächerlich" sei der Vorwurf mit den Forderungen die Geschlechter gegeneinander ausspielen zu wollen, stellte Strache bereits am Beginn der Pressekonferenz klar. Es gehe der Partei um einen "geschlechtsneutralen Zugang" und vor allem um das Wohl der Kinder. Schützenhilfe holte sich die FPÖ bei der Pressekonferenz bei zwei Betroffenen, die ihre Scheidungsfälle schilderten. (APA)


  • Heinz-Christian Strache will einen "geschlechtsneutralen Zugang" im Scheidungsrecht.
    robert jaeger
    Heinz-Christian Strache will einen "geschlechtsneutralen Zugang" im Scheidungsrecht.
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