Frauenministerin fordert kostenlose HPV-Impfung für Mädchen

31. Jänner 2008, 22:23
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600 Euro Impfkosten derzeit nicht für alle leistbar - Bures lehnt "Zwei-Klassen-Medizin" für Frauen ab

Wien - Frauenministerin Bures hat am Dienstag ihre Forderung nach der Aufnahme der HPV-Impfung in das Kinderimpfprogramm erneuert. Die von Gesundheitsexperten empfohlene und seit einem Jahr mögliche Immunisierung schützt vor 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs, kostet allerdings 600 Euro, die derzeit in der Regel selbst bezahlt werden müssen.

In Österreich erkranken jedes Jahr 550 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 180 sterben daran. "Alle können erkranken, aber nicht alle können sich die Impfung leisten", erklärte Bures bei einer Pressekonferenz in Wien und sprach von Zwei-Klassen-Medizin. "Das ist etwas, das ich als Frauenministerin massiv ablehne."

KritikerInnen "haben recht"

"Den KritikerInnen möchte ich sagen: Ja, sie haben recht, die HPV-Impfung schützt nicht hundertprozentig und das muss auch deutlich gesagt werden. Aber die vorliegenden Impfstoffe können etwa 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Fälle verhindern. Das heißt, dass wir von rund 550 Frauen, die jährlich an Gebärmutterhalskrebs erkranken, 380 Frauen diese Diagnose ersparen könnte - wenn wir eine komplette Durchimpfung erreicht haben", meint die Frauenministerin.

Kdolsky wehrt sich gegen Kostenübernahme durch den Bund

Bures übte Kritik an Gesundheitsministerin Kdolsky, die der HPV- Impfung skeptisch gegenüber steht und sich bisher gegen die Übernahme der Kosten durch den Bund gewehrt hat. Die Frauenministerin verwies auf eine Empfehlung des Obersten Sanitätsrats - er plädiert für die Impfung aller Mädchen von neun bis zwölf Jahren - und der Europäischen Arzneimittelagentur sowie die finanzielle Förderung durch das Land Niederösterreich und grundsätzliche Bereitschaft des Landes Wien, sich ebenfalls an den Kosten zu beteiligen und mehrere Staaten, in denen die Impfung gratis angeboten wird.

Mittel für die Impfung eines Jahrgangs gefordert

SP-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser forderte bei der Pressekonferenz, dass Kdolsky das Geld für die Durchimpfung eines Mädchen-Jahrgangs - das seien laut der Gesundheitsministerin 12,5 Millionen Euro - zur Verfügung stellen soll. Die Aktion könnte in Kooperation mit den SchulärztInnen durchgeführt werden, was die Impfkosten sparen würde. (APA)


  • Derzeit müssen Patientinnen privat für die HPV-Impfung aufkommen. Die 600 Euro können sich zahlreiche Familien jedoch nicht leisten, kritisiert Frauenministerin Bures.
    charles rex arbogast
    Derzeit müssen Patientinnen privat für die HPV-Impfung aufkommen. Die 600 Euro können sich zahlreiche Familien jedoch nicht leisten, kritisiert Frauenministerin Bures.
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