Zehn Weltpremieren bei der Berlinale

10. Februar 2003, 12:38
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22 Filme, darunter viel US-Ware, konkurrieren im Wettbewerb um die Bären, Atom Egoyan ist Jurypräsident

Berlin / Wien - 22 Filme konkurrieren bei den 53. Internationalen Filmfestspielen in Berlin (6.-16. Februar) um den Goldenen und die Silbernen Bären. Außerdem werden fünf Filme außer Konkurrenz und mehrere Sondervorführungen im Wettbewerbsprogramm gezeigt.

China und eine dicke US-Dosis

Zum Programm gehören allein 10 Weltpremieren, darunter außer Konkurrenz der chinesische Beitrag "Zhou Yus Zug" von Sun Zhou über eine Liebesgeschichte in Nordchina mit dem Star Gong Li. Mit der chinesisch-deutschen Koproduktion "Mang Jing" (Blinder Schacht) inszeniert der Dokumentarfilm-Regisseur Li Yang seinen ersten Spielfilm über den Alltag in einem Kohletagebauwerk.

Großbritannien ist mit Michael Winterbottoms Beitrag "In this world" (Auf der Welt) über ein Migrationsschicksal eines jungen Afghanen im Wettbewerb vertreten. Aus den Niederlanden kommt als Weltpremiere die Musical-Komödie "Ja Schwester, nein Schwester" als Debütfilm von Pieter Kramers. Die Regisseurin Isabel Coixet zeigt die spanisch-kanadische Koproduktion "May Life Without" (Mein Leben ohne mich). Der australische Independent-Filmer Rolf de Herr zeigt als Weltpremiere "Alexandra's Project".

Eine dicke Dosis Prominenz kommt dazu aus den USA: "The Hours" von Stephen Daldry, "Solaris" von Steven Soderbergh, "Confessions of a Dangerous Mind" von George Clooney, "The 25th Hour" von Spike Lee und "Adaption" von Spike Jonze.

Dogma im Sonderprogramm

Zu den Sondervorführungen gehören der neue Film des dänischen Dogma-Filmers Thomas Vinterberg, "It's all about Love" mit Joaquin Phoenix und Sean Penn, "Wilbur begeht Selbstmord" von der dänischen Regisseurin Lone Scherfig, die für ihr Debüt "Italienisch für Anfänger" auf der Berlinale 2001 einen Silbernen Bären gewann, der Film "Birkenau und Rosenfeld" mit Anouk Aimee als Spielfilm-Debüt von Marceline Loridan-Ivens, der Witwe des Dokumentarfilm-Pioniers Joris Ivens und der US-Film "Three Days of Rain" von Michael Meredith nach Kurzgeschichten von Anton Tschechow mit Peter Falk.

Jury-Besetzung

Der kanadische Regisseur Atom Egoyan wird den Vorsitz der siebenköpfigen internationalen Jury übernehmen. Weiters sitzen in dieser die Schauspielerinnen Martina Gedeck aus Deutschland und Anna Galiena aus Italien, die Regisseure Kathryn Bigelow (USA) und Idrissa Ouedraogo (Burkina Faso), der französische Produzent und Schauspieler Humbert Balsan sowie Geoffrey Gilmore, Direktor des Sundance Film Festivals im amerikanischen Park City/Utah.

Von "Family Viewing" bis zum "Ring"

Atom Egoyan gelang mit dem Spielfilm "Family Viewing", den er 1987 im Forum der Berlinale vorstellte, der internationale Durchbruch. Zu seinen großen Erfolgen gehören "Calendar", "Exotica", "The Sweet Hereafter" sowie sein jüngstes Werk "Ararat". Der armenisch-stämmige Filmemacher hat zahlreiche Preise auf internationalen Festivals erhalten, darunter den Großen Preis der Jury und den Kritikerpreis in Cannes sowie zwei Oscar-Nominierungen. Seine Kunstinstallationen wurden weltweit in Museen und Galerien ausgestellt, einschließlich der Biennale in Venedig. Atom Egoyan arbeitet aktuell an einer Inszenierung von Wagners "Ring der Nibelungen" r für die Canadian Opera Company.

Unter Atom Egoyans Vorsitz entscheidet das international besetzte Gremium über die Vergabe im Wettbewerb. Die Preisverleihung der Goldenen und Silbernen Bären findet am Samstag, 15. Februar 2003, im Berlinale-Palast statt. (APA)

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    Atom Egoyan mit Hauptdarstellerin und Gattin Arsinee Khanjian bei der US-Premiere von 'Ararat'

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