The Roots: "Phrenology"

21. Oktober 2005, 16:12
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Mit dabei auf dem Album unter anderem Ursula Rucker und Jill Scott

"In the beginning, there was me, there was rhythm, life" (U. Rucker)

Phrenologie = Schädellehre, begründet vom österreichischen Arzt Franz Joseph Gall (1758-1828), welche die Persönlichkeit eines Menschen von seiner Schädelform ableitet. Nach Gall wird die Form des menschlichen Schädels durch emotionale und intellektuelle Begabungen des Gehirns bestimmt. Wohin so etwas führen kann, dafür gibt es in der Geschichte reichlich Beispiele.

Kein angenehmer Verweis, den The Roots mit ihrem Albumtitel da vorgeben. Aber Kontexte, die mensch sich ruhig genau zu Gemüte führen sollte: Auf ihrem Cover ersetzen The Roots die bei Gall "emotional und intellektuell" besetzten Hirnrindenfelder mit Eckdaten der afro-amerikanischen Geschichte.

Offenkundiges politisches Bewusstsein, dafür sind The Roots ja nicht gerade unbekannt. Und für die Zusammenarbeit mit (auch feministisch gesehen) positiven Frauenfiguren wie Ursula Rucker oder Jill Scott, die Tracks wie "Phrentrow", "Waok (Ay) Rollcall" (Reminiszenz an die Anfänge der Rap-Kultur)und "Complexity" durch ihre Stimmen aufwerten.

Musikalisch präsentiert sich "Phrenology" weniger homogen als die Vorgänger: Da wird schon mal ordentlich gerockt ("Rock You", "The Seed") oder schnulzentaugliche Töne angeschlagen ("Break You Off", "Complexity", "Pussy Galore").

"more you just can see ? complexity" (J. Scott)
(p)
The Roots: "Phrenology" (Universal 2003)

Link:
The Roots

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