Angleichung des Frauenpensionsalters "je früher um so besser"

5. Februar 2003, 21:23
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Kommissionsmitglied Kreiter auch für Abschaffung der Frühpension

Wien - "Aus sozialpolitischen Gründen" unterstützt Karl Kreiter, Mitglied der Pensionsreformkommission, die von der ÖVP geforderte Abschaffung der Frühpensionen bei langer Versicherungsdauer. In einer Pressekonferenz erklärte der Versicherungsmathematiker am Donnerstag, er hätte für eine "Sistierung" der Frühpension "sehr viel Verständnis", solange ältere MitarbeiterInnen von den Unternehmen aus dem Arbeitsprozess gedrängt werden.

Lage der Unternehmen berücksichtigen

Man solle deshalb eine solche "Schutzbestimmung für Dienstnehmer ernsthaft überlegen", damit ältere Arbeitnehmer "nicht in die Wüste geschickt" würden. Eine andere Möglichkeit wären Maßnahmen im Arbeitsrecht, um Kündigungen zu verhindern, dabei müsste man aber immer auch die wirtschaftliche Situation der Unternehmen mitberücksichtigen.

Privat vorsorgen

Sehr skeptisch zeigte sich Kreiter bezüglich der von der ÖVP langfristig angestrebten Einführung von Pensionskonten. Bei gleichem Beitragsniveau würde "das Versorgungsniveau heruntersacken". Weil die Pensionshöhen zum Teil drastisch sinken würden, müsste in diesem Fall eine private Pensionsvorsorge verstärkt aufgebaut werden.

Dieser Punkt ist auch ein Grund dafür, dass Kreiter dem Bericht der Pensionsreformkommission im Dezember nicht zugestimmt und ein so genanntes "votum separatum" abgegeben hat. Der Versicherungsmathematiker begründet seine Ablehnung damit, dass die den Berechnungen der Kommission zugrundegelegten Werte zu optimistisch seien und daher die Pensionen noch wesentlich stärker sinken würden als die Kommission dies angenommen hat.

Angleichung bis 2010

Früher als derzeit geplant sollte nach Ansicht Kreiters das Pensionsalter der Frauen angehoben und an jenes der Männer angeglichen werden. "Je früher umso besser", sagte der Versicherungsmathematiker. Er könne sich vorstellen, dass diese Maßnahme "bis 2010 allmählich eingeleitet" werde. Der Vertrauensschutz müsse aber gewahrt bleiben. Mit einer verfassungsrechtlichen Bestimmung ist derzeit das Frauenpensionsalter von 60 Jahren (bzw. 56,5 Jahre für Frühpensionen) bis 2018 abgesichert. Ab 2019 solle es schrittweise bis 2033 an jenes der Männer von 65 bzw. 61,5 Jahre angeglichen werden. (APA)

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