Geschlechtsspezifische Berufswahl

7. Februar 2003, 16:45
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Interessierte Schülerinnen können derzeit im Rahmen von "FIT" und "MUT" in Naturwissenschaft und Technik schnuppern

Studien zeigen seit langem: die Berufswahl von Mädchen und Burschen verläuft entlang traditioneller Rollenmuster. Mädchen wählen ihre Ausbildung nach wie vor aus dem "typischen" Sektor: bei den Lehrberufen stehen noch immer "Sekretärin", "Verkäuferin" und "Friseurin" hoch im Kurs, aber auch höhere Schuldbildung und Studienwahl sind nach wie vor geschlechterspezifisch.

Salzburg: "FIT - Frauen in die Technik"

Um dem entgegenzuwirken wurde nun bereits zum zweiten Mal das Projekt "FIT - Frauen in die Technik" in Salzburg angeboten. Dabei kooperieren verschiedene Organisationen und Kooperationen. Zielgruppe sind junge Mädchen der 7./8. Klasse AHS und 4./5. Klasse BHS aus Stadt und Land Salzburg, die an naturwissenschaftlichen und technischen Studien und Lehrgängen interessiert sind. Am 20. Februar 2003 findet an der Naturwissenschaftlichen Fakultät und an der Fachhochschule in Salzburg ein Schnuppertag statt, bei dem die Mädchen Gelegenheit haben, Einblicke in diese Studienrichtungen zu gewinnen und Informationen zu erhalten. An diesem Tag können sie Probevorlesungen besuchen, Laborversuche machen, am Computer programmieren sowie Studierende, Lehrende und Absolventinnen treffen.

„Uns geht es auch darum, Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen für die Mädchen sichtbar zu machen, somit Vorurteile abzubauen und Lust auf Neues zu wecken“, erklärt die Salzburger Mädchenbeauftragte Teresa Lugstein. In den Monaten Dezember - Jänner 2003 werden Studentinnen aus den jeweiligen Studien- und Fachrichtungen Salzburgs Schulen (nach vorheriger Anmeldung) besuchen und das Projekt und die unterschiedlichen Studienrichtungen vorstellen.

"FIT – Frauen in die Technik" ist ein Österreich-weites Projekt, das vom Europäischen Sozialfonds und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur unterstützt wird.

"MUT" in Tirol

Ein weiteres Projekt zur Technikmotivation von Mädchen läuft nun ebenfalls in Tirol an: MUT (Mädchen und Technik), ein Projekt des Bildungsministeriums, startet mit Workshops, Coaching, Einzel- und Kleingruppenberatung über einen Zeitraum von 20 Monaten und soll Technik für Mädchen "schmackhaft" machen, so Elisabeth Zanon-zur Nedden.

Weibliche Vorbilder, so genannte Mentorinnen, aus dem Technikbereich sollen dabei sowohl mit den Eltern als auch den Töchtern zusammenarbeiten. "Berufe im familiären Umfeld haben nach wie vor einen wesentlichen Einfluss auf die Berufswahl junger Menschen. Gemeinsam mit Eltern und Lehrern sollen Rollenstereotype bewusst gemacht und schließlich auch aufgebrochen werden", sagte Zanon-zur Nedden, "langfristig gesehen soll durch MUT das Potenzial junger Frauen genützt und der Frauenanteil in nicht-traditionellen Berufen gesteigert werden."

300 Schülerinnen im Alter von 10 bis 15 Jahren und 150 Multiplikatorinnen (LehrerInnen, Eltern, JugendleiterInnen, VertreterInnen von Betrieben) in Innsbruck, den Bezirken Innsbruck-Land, Kufstein und Reutte sollen in MUT miteinbezogen werden. Getragen wird das Projekt vom Bildungsministerium, den sieben teilnehmenden Landesfrauenbüros und 10 Mädchenberatungsstellen. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Bundes, des Europäischen Sozialfonds und der Länder. (red/APA)

Links
(für Anmeldungen, Infos, ...)

FIT Salzburg

FIT Tirol

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