Miteinander zum Erfolg führen

19. August 2003, 13:25
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Künftig sollen Mitarbeiter als "Unternehmer im Unternehmen" auf jedem Arbeitsplatz strategisch handeln und führen. Flexibilität wird dabei als Grundqualifikation vorausgesetzt ... Teil 2

Auf Human-Resources-Manager wartet eine große Herausforderung: Sie sollen in den nächsten Jahren neue Methoden entwickeln, um die Mitarbeiter so weit wie möglich in Strategie- und Veränderungsprozesse im Unternehmen einzubinden. "Die Bedeutung der Dienstverhältnisse im Arbeitsalltag wird aufgehoben", sagt Change-Beraterin Katharina Cortolezis-Schlager. "Mitarbeiter nehmen künftig nicht einfach Arbeit, sondern sollen das Unternehmen mitgestalten und aktiv zum Unternehmenserfolg beitragen."

Jedem Einzelnen komme damit ein größerer Kompetenzbereich zu - hohe Flexibilität, Bereitschaft zur Weiterbildung und raschere Anpassung an Veränderungen seien dafür allerdings ein Muss. Und: Die Mitarbeiter werden sich in Zukunft für mehrere Tätigkeitsfelder qualifizieren müssen, um in verschiedensten Bereichen des Unternehmens einsetzbar zu sein. "Die dynamischen Märkte verlangen schon jetzt bei einem Drittel der Jobs hohe Flexibilität", sagt Cortolezis-Schlager. "Jene, die sich der Weiterentwicklung nicht stellen, werden übrig bleiben - wer sich nicht verändert, wird verändert."

2003 bis 2007 sei aber auch eine Trendumkehr im Human-Resources-Bereich zu erwarten: weg von der Defizitorientierung hin zur Potenzialorientierung. "Das Konzept des Abbaus von Defiziten ist überholt, niemand wird dafür entlohnt, was er nicht kann und weiß, sondern dafür, was er zu bieten hat." Im Qualifikationsprozess werde es dafür ein "Sharing" geben: Das Unternehmen zahlt die Weiterbildung und der Mitarbeiter investiert seine (Frei-)Zeit, was ihm im "Return of Investment" wiederum ermöglicht, Karrierechancen und Gehalt zu verbessern.

Ein wesentlicher Faktor, damit die Chancengemeinschaft wirklich eine Chance hat, sei auch die Änderung des Führungsstils: "Die Verantwortung mit den Mitarbeitern zu teilen, Feedback einzuholen und Veränderungen zu kommunizieren sind wichtige Themen - wer Kompetenz übertragen bekommt und weiß, was er wert ist, ist motivierter, bereit, mehr zu leisten und bleibt auch in Krisenzeiten eher dabei", weiß Cortolezis-Schlager.

Dass es Führungskräften anfangs nicht immer leicht fällt, die Zügel zu lockern, weiß die Beraterin aus der Erfahrung mit ihren sechswöchigen Online-Change-Management-Kursen. Diese sind mittlerweile übrigens auch bei Bossen internationaler Konzerne gefragt - bieten sie doch die Möglichkeit, zeit- und ortsungebunden vom Arbeitsplatz aus direkt in den Kurs einzusteigen und alle Entwicklungsschritte unmittelbar in die eigene Praxis umzusetzen.

Veränderung online

Jede Woche wird eine neue Aufgabe gestellt, Fachtutoren leisten Hilfestellung im Netz, der Wissensaustausch mit anderen Firmenchefs und Human-Resources-Managern erfolgt via Diskussionsforen und Chat. Die besten Ergebnisse könnten erzielt werden, wenn sich Firmenteams von drei bis fünf Personen am Kurs beteiligen: "Dann fällt der Transfer ins Unternehmen leichter, Probleme können sofort gemeinsam gelöst, Ziele besser erarbeitet und rascher in die Praxis umgesetzt werden." (DER STANDARD, Printausgabe vom 11./12.1.2003)

Von
Isabella Lechner

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Teamconsult

Nächste Kurstermine:
Change Management Online:
24. 3. 2003-12. 5. 2003
Change Support Online (Follow-up): 22. 9.-3. 11. 2003

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