Grüne Oasen statt grauer Innenhöfe

18. August 2003, 11:34
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Das Wiener Stadtgartenamt unterstützt die Begrünung von Innenhöfen mit Rat und Tat: Bis zu 2200 Euro gibt's für jeden Antragsteller, der beitragen möchte, den Grünanteil der Bundeshauptstadt ein bisschen zu erhöhen.

Wenn Modeschöpfer John Galliano morgens den ersten Blick aus dem Fenster wirft, fällt sein Blick nicht auf graue Hausfassaden oder die Dächer von Paris, sondern ins Grüne. Aber nicht, weil der Künstler mitten in der Seine-Metropole einen riesigen Garten hätte oder vis-à-vis von einem Park wohnt. Vielmehr hat er den Innenhof seines Hauses mithilfe eines Landschaftsarchitekten in einen üppig wuchernden Garten verwandelt.

Wirft man hierzulande einen Blick hinter die Häuserfassaden, so sieht man sich meist mit eher tristen, grauen Innenhöfen ohne jedes Grün konfrontiert. Dabei ließe sich oft mit geringem finanziellen Aufwand ein kleines Biotop schaffen - man muss nur wissen, wie.

Das Wiener Stadtgartenamt (MA 42) hat es sich schon vor Jahren zur Aufgabe gemacht, die Begrünung von innerstädtischen Höfen mit Rat und Tat zu fördern. 2200 Euro stehen mittlerweile pro Antragsteller zur Verfügung, gute Ratschläge aus der Praxis gibt's kostenlos dazu.

"Vor jeder Begrünung eines Hofes sollten einige Fragen geklärt werden", rät Karl Müller, seit 20 Jahren Stadtgartenamtsexperte für diesen Bereich, allen Innenhofgärtnern in spe: "Primär geht es um die Verwendung des Hofes. Soll nur ein Blick ins Grüne geschaffen werden? Oder eine Spielfläche für Kinder? Ein Kommunikationszentrum für die Hausbewohner?" Ebenso wichtig sei es, zu klären, wer in weiterer Folge die Pflege des Hofgartens übernehme: der Hausbesorger, eine bestimmte Familie oder alle Hausbewohner?

Erst an dritter Stelle kommt für Müller die Frage nach den "richtigen" Pflanzen. "In sonnigen Lagen sind viele Sträucher und Stauden möglich, die eine Blütezeit von Frühjahr bis Herbst schaffen und im Winter mit Beerenschmuck glänzen", weiß Müller. Forsythien, Flieder, Rosen, Schneeball und Eibisch sind nur einige der Möglichkeiten. "In schattigen Lagen überwiegen die immergrünen Pflanzen, etwa Kirschlorbeer, Liguster, Mahonien und Eiben."

Wiesenflächen sind nur in sonnigen Höfen möglich, in schattigen Lagen müssen bodendeckende Pflanzen wie Immergrün, Pachysandra, Lonicera oder Efeu den Rasen ersetzen. Will man solche Freiflächen auch betreten, empfiehlt sich ein Belag aus Kies oder Rindenmulch. (Marie-Therese Gudenus / DER STANDARD, Printausgabe vom 11./12. Jänner 2003)

Weitere Informationen erteilt das Wiener Stadtgartenamt: Tel. (01) 40 00-97247 oder magwien.gv.at
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