Dreifach-Platin für Harnoncourt

12. Februar 2003, 13:35
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Festakt für Dirigenten und Vorstand der Philharmoniker - "Was wir erlebt haben, war ein echter Hype", so der ORF-Programmdirektor

Wien - Dem Vorstand der Wiener Philharmoniker, Clemens Hellsberg, und dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt wurde am Mittwoch im Rahmen eines kleinen Festaktes im Wiener Hotel Imperial Dreifach-Platin für ihre Aufnahme des Neujahrskonzerts 2003 überreicht. Dreifach-Platin wird in Österreich derzeit für eine Stückzahl von 90.000 Tonträgern verliehen. Damit ist das diesjährige Neujahrskonzert noch erfolgreicher als die Aufnahme des Neujahrkonzerts 2001, des ersten unter Harnoncourt, die mit Doppel-Platin ausgezeichnet worden war.

Nikolaus Harnoncourt hob die ideale Konstellation des Neujahrskonzerts hervor, bei dem ein brillantes Orchester, ein toller Saal und ein einmaliges Publikum zusammenkämen: "Wo hat man sonst das Glück, unter so idealen Voraussetzungen etwas Gutes zu machen?" Im übrigen hoffe er, dass es endlich gelänge, den im 20. Jahrhundert zwischen Pop und Klassik getriebenen Keil wieder zu beseitigen: "Wie toll wäre es, wenn es wieder zusammenwachsen würde!"

"Beeindruckend und bilderreich"

"Vor zwei Jahren haben wir schon eine Schallmauer durchbrochen, von der es geheißen hat, da geht nichts mehr d'rüber", erinnerte sich Hellsberg. Hellsberg freute sich über die "beeindruckenden Zahlen", "beeindruckend und bilderreich" sei auch die Sprache, mit der Nikolaus Harnoncourt den Geist und die Sprache der Musik an das Orchester weitergebe.

"Harnoncourt spielt jedes Stück sozusagen zum ersten Mal. Das ist ein ungeheuer spannender Weg, und wir wissen das auch zu schätzen." Im Augenblick stehe man mit dem Dirigenten gerade in den Proben zu einer USA-Tournee, die man mit drei verschiedenen Programmen bestreiten werde, und er hoffe, dass es auch dort gelänge, die "Herzen des Publikums" in gleichem Maße zu erreichen.

"ein echter Hype"

ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik meinte im Hinblick auf das vergangenen Neujahrskonzert: "Was wir erlebt haben, war ein echter Hype." Man habe mit der Übertragung 1,1 Mio. Zuseher in Österreich und 60 Mio. Zuseher weltweit erreicht und überdies bei der Bewertung durch die Zuschauer mit der Note 4,7 beinahe die Höchstnote 5 erzielt. "Das ist ein Wert, den man normalerweise nur mit einer Skiübertragung erreicht, bei der ein Österreicher gewinnt." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Prophetische Geste von Harnoncourt bei den Proben

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