Blade Runner, Total Recall und Strange Days werden zur Realität

27. Dezember 2002, 15:25
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Britischer Zukunftsforscher prognostiziert synthetischen Truthahn und künstliche Träume nach Wunsch für Weihnachten 2050

Was wäre das menschliche Leben wohl ohne Zukunftsprognosen und Vorhersagen? Seit dem Nostradamus-Boom gilt es die kommenden Ereignisse schon möglichst früh zu wissen oder zumindest möglichst treffsicher zu deuten. Dummerweise ist es meist erst nach einem Ereignis klar, dass der Prophet es so gemeint hatte, wie es dann eintraf.

Weihnachten 2050

Vor allem rund um Weihnachten und Silvester häufen sich die Aussagen von mehr oder weniger zuverlässlichen Quellen über die Zukunft der menschlichen Existenz. Jahreshoroskope liegen beinahe jeder Zeitschrift bei und nähren die Hoffnung dass im neuen Jahr alles besser würde als im vergangenen. In einem Artikel von BBC berichtet nun auch der britische Zukunftsforscher Ian Pearson, der eine 85-prozentige Erfolgsrate bei seinen Vorhersagen aufzuweisen hat, über die kommenden Neuerungen für Weihnachten 2050.

Alles bleibt wie es ist - oder doch nicht?

Weihnachten 2050 wird so sein wie Weihnachten schon immer war - ein Baum, ein Truthahn und Geschenke. Nur wird es in 50 Jahren keine echte Tanne mehr im Haus geben, sondern eine perfekte Nachbildung, der Truthahn kann auch von Vegetariern gegessen werden, weil er ohnehin künstlich hergestellt wurde und so synthetisch sein wird wie Spocks Ohren. Interessanterweise soll das Festmahl aber immer noch schmecken - wonach wurde allerdings nicht verraten - wir nehmen an nach Truthahn, oder wie man glaubt, dass Truthahn schmecken soll. Böse Zungen hoffen schon jetzt, dass sich nicht britische Köche um die Herstellung des synthetischen Essens der Zukunft kümmern werden - Jamie Oliver ausgenommen.

Die kleinen Helfer

Die Hausarbeit wird sich in 50 Jahren laut Pearson wohl auf Dreck machen beschränken, denn kleine mechanische Helferleins werden putzen, kochen, abwaschen, den Feiertagstruthahn tranchieren und nebenbei auch noch für die Unterhaltung und die Sicherheit des Eigenheims sorgen. "Intelligentes Make-up" wird sich dann der jeweiligen Abendgarderobe selbständig anpassen und je nach Lichtverhältnissen der Umgebung ein dynamisches Eigenleben mit zahlreichen Wechselspielen bieten.

Strange Days

Außerdem gehören auch Alpträume der Vergangenheit an - außer man legt Wert auf eine derartige "Unterhaltung". Denn in Zukunft werden interaktive Traummaschinen unsere Gedankenströme kontrollieren. Wünsche und Gedanken sollen von den Maschinen gelesen und interpretiert werden können und dann mittels aktiver Kontaktlinsen als eigene Träume projiziert werden. Als nächster Schritt können dann auch die Menschen die Gedanken ihrer Umwelt lesen können. Eine Vorstellung, die schon jetzt zu einigen interessanten Inspirationen einlädt.

Die Chips

Weitere Ian Pearson Vorhersagen sagen Kontroll-Chips eine große Zukunft voraus. Ob nun als Kalorienzählmaschine, die bei Diäten helfen soll oder als implantierte Überwachung reicht die Palette der Einsatzmöglichkeiten. Sport wird ebenfalls nicht mehr das sein was er jetzt ist: Durch eine steigende Überalterung der Gesellschaft werden Sportarten wie Schwimmen, Bowling und Tai Chi laut Pearsons enorme Popularitätswerte erfahren. In Zukunft werden auch Computer als Trainer immer öfter zum Einsatz kommen. Dank Force Feedback und neuen Zusätzen wird der PC zur Trainingsbank.

Madonna und Lara Croft kommen zum Essen

Als Weiterentwicklung der schon erhältlichen Internet-Kühlschränke sollen in Zukunft auch weitere Aufgaben auf die Haushaltseinrichtung zukommen. So wird der Esstisch etwa die virtuelle Realität von Madonna oder Lara Croft - hoffen wir allerdings dass nicht die um 50 Jahre ältere Version zu Besuch kommt - zu einem kleinen Dinner einladen können. Eine Bedrohung kommt laut Pearson aus dem weiteren Ausbau des Cyberspace. Sollte der virtuelle Raum tatsächlich einmal realer als die Realität werden und dennoch vom Menschen selbst kontrollierbar und steuerbar bleiben, würde dies den User zu einem lebensunfähigen Wesen degradieren, da seine im Cyberspace möglichen Wünsche in der Realität unerfüllbar blieben und so jede zwischenmenschliche Interaktion und auch den Umgang mit Niederlagen unmöglich machen würden.

Schöne neue Welt

Bleibt eigentlich nur noch eine kleine Zeitspanne - gute 50 Jahre - abzuwarten und dann wissen wir ob die Zukunft tatsächlich so sein wird, wie von Pearson vorhergesagt. Allerdings fällt mir hierzu eine deutsche Fernsehproduktion ein - die zu Schwarz-Weiß-Zeiten gedreht wurde und für das Jahr 2000 das Ende der Autos und die Einführung von Raumschiffen als Transportmittel vorhersagte. Ich habe dummerweise noch immer kein Raumschiff zu hause stehen, also irgendwas lief da wohl anders als erwartet.(grex)

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