Morgen, Kinder, wird's was geben

27. Dezember 2002, 12:02
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Nach einem höchst turbulenten und eröffnungs-reichen Gastronomie-Jahr sieht es so aus, als wäre das kommende auch nicht gerade langweilig

Es gab echt ganz schön was zu essen heuer. Und die Liste dessen, was sich 2003 abspielen wird, steht dem um nichts nach. Wobei sich das Gerücht, das letzthin die Wiener Gourmet-Szene erregte, als - zumindest einstweilen - unwahr herausstellte: Jörg Wörther kommt nicht nach Wien, um hier einen einschlägig bekannten Szene-Italiener zu übernehmen. Schließlich stehe sein Restaurant in Zell am See auf solider Basis, so der ehemalige "Koch des Jahrzehnts" und Lieblingsschüler Eckart Witzigmanns, "allerdings hat man als Österreicher sein Herz natürlich immer irgendwie in der Bundeshauptstadt", meint Wörther, und wenn das richtige Projekt an ihn herangetragen würde, könnte er sich eine Übersiedelung schon vorstellen.

Nun aber zu den Tatsachen: Das neue Steirereck wird aller Voraussicht nach im Herbst eröffnen, der Oktober wird als Datum für die neue Performance in der Meirerei im Stadtpark gehandelt. Im Vorfeld war zu erfahren, dass es neben dem "klassischen" Steirereck auch eine "moderne" Variante geben wird, für die womöglich der seit langem als kulinarischer Trumpf gehandelte Heinz Reitbauer Junior verantwortlich sein könnte.

Schon im März wird indes Peter Zöhrer seine Trattoria im Palais Daun Kinsky eröffnen. Das Konzept sieht vor, hier einen "echten" Italiener ohne Chichi und Tütü zu etablieren, ohne Speisekarte, aber dafür mit hausgemachter Pasta in großen Portionen, karierten Tischdecken und deftigen Schmorfleischgerichten.

Im Wiener Museumsquartier ist 2003 mit immerhin drei neuen Lokalen zu rechnen: Das Restaurant im Mumok wird - nun über eigenen Steg erreichbar - wieder eröffnen, die "Kantine" mit Pelz-Bar im Quartier 21 dürfte im Jänner auch endlich so weit sein, und vielleicht schafft es das Glacisbeisl unter der Führung des "Bar Italia"-Teams dann ja auch schon.

Und dann noch jede Menge neuer Sitzplätze in historischem Ambiente: Das Palais Liechtenstein wird ab April eine "Rubens Brasserie" mit nicht weniger als 100 Indoor- und 250 Gartenplätzen beherbergen, ab Herbst dann noch ein "Rubens Palais" mit sehr gehobener Gastronomie. Geplant ist eine barocke Küche, zeitgemäß interpretiert. Ebenfalls nicht gerade klein ist das Projekt im Palais Coburg, wo eine deutsche Investorengruppe im Herbst ein gigantisches Konglomerat von Cafés, Restaurants und Vinotheken starten will. Ob es Attila Dogudan ist, der das Restaurant in der Albertina leiten wird, ist einstweilen noch nicht ganz klar, dass dort aber irgendwas ziemlich Großes passiert, dürfte klar sein. (DER STANDARD/rondo/floh/27/12/02)

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