Kein Christkind ohne TV

27. Dezember 2002, 19:46
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27.12.2002 - Peter Rapp ging mit einem großen Klingelbeutel herum, um im "Licht ins Dunkel"-Studio zu sammeln. Das war neu. Sonst ...

... liefen am 24. 12. vor allem Wiederholungen. Filme, die, wenn nicht im selben Programm, dann in einem anderen irgendwann bereits zu sehen waren. Wir haben es gelesen: Sender müssen sparen. Wiederholungen sind billiger. Trotzdem ärgerlich.

Ein Testblick vom Schlafzimmerfenster in den Hof bewies aber: Dieser Zustand hielt wohl mehr als die Hälfte der Menschen nicht davon ab, die TV-Kiste aufzudrehen. Es flimmerte hinter den Vorhängen. Baum schmücken, Geschenke einpacken, auspacken, Fisch essen, Kekse mampfen, über den vollen Bauch stöhnen: Das Fernsehen, das passivste aller Familienmitglieder, musste dabei sein.

Die Feiertage waren kaum anders: Die Kiste lief ohne Unterlass. Da und dort vielleicht ein Film, der noch nie zu sehen war. Wie aufregend, eine Premiere, und das gleich auf mehreren Kanälen! Zur Feier des Augenblicks genehmigte man sich noch ein paar Vanillekipferln - abgespeckt wird nach den Feiertagen.

Dann schlechte Nachrichten: Die UNO erwartet Krieg im Irak, Saddam Hussein hält eine Brandrede im Fernsehen. Schnell umschalten, vielleicht gibt es ja auf Viva oder MTV neue Videoclips. George Michael singt Last Christmas, das Video mag 20 Jahre alt sein.

Die nächsten Weihnachten werden nicht anders verlaufen. Vielleicht noch mehr Wiederholungen, vielleicht noch schlechtere Nachrichten. Der Fernseher aber wird immer dabei sein. (pi/DER STANDARD, Printausgabe, 27.12.2002)

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    foto: orf/ali schafler
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