Sprüche aus der Sportwelt 2002

29. Dezember 2002, 12:56
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Ski alpin/nordisch:

"Die Tournee hat mein Leben bestimmt, weil ich noch nie, seit ich denken und feiern kann, einen normalen Silvester gehabt hab." Toni Innauer vor dem Auftakt zur 50. Vierschanzen-Tournee.

"Vielleicht kann ich jetzt irgendwo als Kolumnist arbeiten". Andreas Goldberger, der bei Olympia in SLC kein einziges Mal zum Einsatz kam.

"Sie waren immer Zweiter hinter Hermann Maier. Jetzt ist er nicht hier und sie sind Dritter. Was ist das für ein Gefühl?" Frage einer US-Journalistin an Stephan Eberharter nach der Olympia-Abfahrt.

"Flying like a bird, running like a statue." Kommentar des US-TV-Senders NBC zur Leistung von Christoph Bieler, der als Vierter nach dem Springen mit 37. Laufzeit auf Platz 15 zurück fiel.

"Der Arzt, der ein sinnvolles Antreten hier bezweifelt hat, sitzt jetzt wohl vor dem Fernseher und isst sein Diplom auf." Eisschnellläuferin Emese Hunyady, die bis zuletzt um ihren Olympia-Startplatz zittern musste, nach Platz zwölf über 3.000 m mit neuem österreichischen Rekord.

"Bei unserer Medaillenflut ist es vielleicht eh schon fast exklusiver, wenn du keine machst." Toni Innauers Galgenhumor nach dem zweiten Springer-Bewerb ohne Olympia-Medaille.

"Die Norweger muss man bei Großereignissen mit dem Lasso vom Podest holen, denn die stehen da permanent oben." Toni Giger nach dem olympischen Super G-Sieg von Kjetil-Andre Aamodt.

"Alles Heuchler". Der Schweizer Snowboard-Olympiasieger Philipp Schoch über Glückwunschtelegramme von Bundesrat Samuel Schmid und anderen Würdenträgern.

"Diese Diagnose ist für mich ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. So ist Weihnachten viel schöner als mit einem gerissenen Kreuzband". Stephan Eberharter, nach dessen unglücklichem Sturz in Val d'Isere bereits ein vorzeitiges Saisonende befürchtet worden war.

"Der Sport wird sich in Zukunft sehr stark zu Wort melden, unter Umständen auch mit Demonstrationen." ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der wie etliche andere führende Sport-Funktionäre im Zuge der Bildung einer neuen Bundesregierung für einen höheren Stellenwert des heimischen Sports kämpft.

Fußball:

"Jeder kommt ins Finale auf seine Art: Deutschland, indem es die einzige Chance nützt. Brasilien, indem es mindestens zehn vergibt." Italiens "La Stampa".

"Das waren keine Referees aus der ersten oder sogar zweiten Liga, sondern Dorf-Schiedsrichter" Italiens Stürmer Christian Vieri, nachdem Italien bei der WM gegen Kroatien (1:2) zwei reguläre Tore aberkannt worden waren.

"Es war mein bester Dienst am ÖFB, weil sonst die Gefahr bestanden hätte, dass Stronach Präsident wird." Die Begründung des langjährigen ÖFB-Präsidenten Beppo Mauhart, warum er Ende Jänner auf eine Wiederwahl verzichtet und damit den Weg für Friedrich Stickler geebnet hatte.

"Ich glaubte mich im faschistischen Italien der Mussolini-Zeit und nicht im Jahr 2002." Der türkische Außenminister Ismail Cem Mitte März angesichts der gewalttätigen Ausschreitungen beim Champions League-Spiel AS Roma - Galatasaray Istanbul

"Von 100.000 Kilometern, die wir vor uns haben, haben wir erst 300 km. Wir sind erst in Salzburg, müssen aber nach Peking". Krankl nach seinen ersten zwei Länderspielen gegen die Slowakei (2:0) und Afrika-Cupsieger Kamerun (0:0)

"Da muss es Konsequenzen geben, weil Spieler, die auf unserer Gehaltsliste stehen, gegen uns zum Einsatz gekommen sind." Austria-Sportdirektor Peter Svetits im März nach der Cup-Blamage (2:3) gegen den Satellitenklub Untersiebenbrunn.

"Momentan befinden wir uns in einer Art Vakuum. Wir wissen noch nicht, mit welcher Mannschaft wir für die nächste Saison planen können." Tirol-Trainer Joachim Löw nach dem Titel-Hattrick des finanziell angeschlagenen Champions, dem später die Lizenz versagt wurde.

"Österreich wird eher Weltmeister als dass meine Frau mit mir ins Stadion geht." ÖFB-Präsident Friedrich Stickler.

"Monatelang war ich der böse Blatter, aber so böse kann ich bei diesem Ergebnis wohl nicht sein. Also lasst uns wieder für das Gute im Fußball arbeiten. Die Welt des Fußballs lügt nicht". Der umstrittene Joseph Blatter nach seiner klaren Wiederwahl als FIFA-Präsident.

"Aus, vorbei. Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich bin müde. Ich suche mir einen anderen Job." Ivica Osim, als er nach der 1:3-Niederlage gegen den FC Kärnten seine Rücktritt als Sturm-Graz-Trainer erklärte.

"Wenn man wie ein Adler greifen will, darf man nicht wie ein Huhn am Boden picken". Austria-Sponsor Frank Stronach nach dem Engagement von Christoph Daum.

"Das ist der Höhepunkt im Kasperl-Theater. Das ist traurig für den österreichischen Fußball, traurig für die Austria. Austria-Anhänger zu sein, ist jetzt nicht mehr erstrebenswert." Herbert Prohaska nach der abrupten Ablöse von Walter Schachner durch Daum.

Leichtathletik:

"So viele schöne durchtrainierte Körper, das ist nicht meine Welt, da pass' ich überhaupt nicht hin." Marathonläuferin Dagmar Rabensteiner bei der EM in München.

"Dieter, drück auf die Tube." Fan-Plakat bei der EM in München für den Zahnpasta-geschädigten Dieter Baumann.

"Ich habe mir nicht gedacht, dass zehn Meter so weit sein können." ÖLV-Star Stephanie Graf nach ihrer Tumor-Operation Mitte des Jahres.

Motorsport:

"Schumacher hat geschenkte Siege nicht nötig. Stallorder sollte bestraft werden." BMW-Rennsportdirektor Gerhard Berger nach der viel kritisierten Ferrari-Stallorder am A1-Ring, wo der führende Rubens Barrichello seinem Teamkollegen Michael Schumacher auf der Zielgeraden den Vortritt gelassen hatte.

"Sorry, aber hier geht's um die WM. Wir fahren nicht für Wettbüros." BMW-Pilot Ralf Schumacher zur Ferraris umstrittener Stallorder-Entscheidung beim GP von Österreich.

"Ich habe so undurchsichtige Vertragsentwürfe noch nie gesehen. Wo noch hat ein einziger Man soviel Macht im Sport?" Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow über die Verhandlungen bezüglich eines Moskau-GP mit Bernie Ecclestone.

Schwimmen:

"Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass vielleicht, zwei drei Skifahrerinnen und vielleicht auch Steffi Graf vor mir sind. Ich schwimme ja erst seit drei Jahren für Österreich." Mirna Jukic nach ihrer Wahl zu Österreichs Sportlerin des Jahres 2002.

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