"Alles, was uns erwartet, ist die große Erkenntnis"

15. Februar 2003, 01:13
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Alma Mahler erzählt ihr Leben: nach ihrem Tod und im Roman

"Ich hatte das, was ich in meiner Jugend bereits gewusst hatte, aufs Neue gelernt, dass nämlich mehrere Männer einem Einzigen vorzuziehen sind."

Gelangweilt hat sie sich nämlich, die lebenslustige Frau eines Genies, in ihrer Ehe mit Gustav Mahler. Ihr eigenes Musiktalent hielt sie für ihre Ehe mit ihm hinten an, widmete sich gerne ihren Liebeleien.

Hungrig nach Musik und Liebe

Detailverliebt und ohne Reue lässt Autor Max Philipps Alma Mahler ihr Leben erzählen: Aus dem Jenseits schildert sie in bunten Farben ihre Kindheit und von der Musik geprägte Jugend, ihre Zeit an Mahlers Seite, ihre Liaisonen mit Kokoschka, Werfel und Gropius. Alle ließen sie sich von ihr um den Finger wickeln, alle lagen sie ihr zu Füßen.

Sie erzählt vom Scharlach-Tod ihrer ersten Tochter und von ihrer Begegnung mit großen Künstlern, lässt ihre antisemitische Einstellung erkennen, schildert das hedonistische Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts und während des zweiten Weltkriegs, bis hin zum Erlebnis ihres eigenen Sterbens 1964. Das Leben einer starken, unangepassten Lebe-Frau mit verhinderter Karriere, nachzulesen als spannender, teils melancholischer Roman in wunderschön blumiger Sprache. (isa)

Max Phillips:
"Alma M."
Lübbe 2002, 336 S.,
20,50 Euro

LINK:
Alma Mahler im Portrait

  • Artikelbild
    cover: verlag
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