Häupl droht mit Abbruch der Koalitionsgespräche

20. Dezember 2002, 17:16
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Wiens Bürgermeister will sich Ablöse von General Schnabl durch Innenminister Strasser nicht gefallen lassen

Wien - Der Generalinspektor der Wiener Sicherheitswache, Franz Schnabl, soll diesen Posten verlieren. Das hat Innenminister Ernst Strasser (V) am Freitag dem Wiener Bürgermeister und stellvertretenden SP-Chef Michael Häupl (S) mitgeteilt - wie die APA aus dem Büro des Bürgermeisters erfahren hat. Häupl droht nun mit Konsequenzen: "Das lasse ich mir ganz sicher nicht gefallen", wird Häupl im "Kurier" zitiert.

Im Bürgermeister-Büro wurde auf Anfrage bestätigt, dass sich Häupl äußerst ungehalten über die Vorgangsweise gezeigt hat. Die SPÖ, so hieß es, werde sich nun überlegen müssen, ob sie weiter Gespräche über eine eventuelle Regierungsbildung mit der Volkspartei führt. Im "Kurier" hat Häupl die Entscheidung als "politischen Willkürakt" bezeichnet. Schnabl, so betonte er, habe ausgezeichnet gearbeitet.

Innenminister Strasser hat für Samstag, eine Pressekonferenz zum Thema Personalentscheidungen angesetzt. Dort dürfte die Ablöse des deklarierten Sozialdemokraten Schnabl verkündet werden. Für den Posten des Polizei-Generaldirektors - dieser wurde neu ausgeschrieben - hat sich der 44-Jährige wieder beworben. Von der Auswahlkommission wurde er dem Vernehmen nach an die erste Stelle der Kandidaten gereiht.

Aus dem Innenministerium gab es für die kolportierte Personalrochade am Freitag keine Bestätigung. Ein Sprecher des Ressortchefs verwies auf die morgige Pressekonferenz. (APA)

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