Leichter Rückgang bei PflegegeldbezieherInnen

19. Dezember 2002, 10:04
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Demographische Entwicklung lässt in den nächsten Jahren jedoch einen starken Anstieg erwarten

Wien - Die Zahl der PflegegeldbezieherInnen hat im November 281.853 betragen. Gegenüber dem Rekordwert des Oktober mit 282.512 ist das zwar ein leichter Rückgang, doch wird auf Grund der demographischen Entwicklung für die nächsten Jahre ein weiterer Anstieg erwartet, heißt es vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Nach einem stetigen Anstieg seit der Einführung 1993 - damals waren es nur knapp über 230.000 - hatte sich der BezieherInnenkreis auf rund 277.000 in den ersten Monaten 2002 eingependelt.

Keine "Ruhefälle" enthalten

Bei den angeführten Daten handelt es sich nur um die Bundeszahlen (Pensionsversicherung und Unfallversicherung), nicht enthalten sind die Landeszahlen. Diese liegen bei rund 50.000 BezieherInnen. Außerdem werden nur die tatsächlich ausbezahlten Pflegegelder berücksichtigt, nicht aber die Anspruchsberechtigungen. Ebenfalls nicht enthalten sind laut Hauptverband jene Personen mit Pflegegeldanspruch, die sich beispielsweise in Spitälern aufhalten. (Das sind die Anspruchsberechtigten, deren Anspruch auf Pflegegeld durch den Spitalsaufenthalt ruht - sie gelten formal als "Ruhefälle"). Insgesamt kann damit gerechnet werden, dass die Zahl sämtlicher Pflegegeldanspruchsberechtigten bei nunmehr fast 350.000 liegt.

Die Höhe des Pflegegeldes ist - je nach Grad der Behinderung - in sieben Stufen geteilt. Der geringste Pflegegeldbetrag beträgt 145,35 Euro (2.000 Schilling), in Stufe sieben gibt es 1.531,51 Euro (21.074 Schilling) monatlich. Zuletzt bezogen 4.233 Personen das höchste Pflegegeld, 55.651 das niedrigste. Die Stufe zwei wurde von 102.902 PflegegeldbezieherInnen in Anspruch genommen, die Stufe drei von 48.274, die Stufe vier von 42.071, die Stufe fünf von 22.349 und die Stufe sechs von 6.373 Personen.

Keine Erhöhung seit sieben Jahren

Seit sieben Jahren ist die Höhe des Pflegegeldes nicht angehoben worden. Zuletzt hatte Sozialminister Herbert Haupt (F) eine Valorisierung für 2003 in Aussicht gestellt, wobei aber nicht die Inflation der letzten sieben Jahre abgegolten werden soll, sondern nur jene der letzten beiden Jahre 2001 und 2002. Die ÖVP hat im Wahlkampf den Pflegebereich als ein Schwerpunktthema erkoren. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) kündigte an, in den kommenden fünf Jahren 35.000 zusätzliche Arbeitsplätze in diesem Sektor schaffen zu wollen. (APA)

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