Letzter Tag für Weihnachtspost

19. Dezember 2002, 14:21
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Weihnachtskarten heute aufgegeben kommen noch rechtzeitig an- vorausgesetzt sie schaffen die Adressierungshürde - mit Umfrage

Wien - Einen Brief zu schreiben, ist in Zeiten von E-Mail und SMS ein Zeichen besonderer Wertschätzung. Damit Weihnachtsgrüße, Liebesschwüre und Neujahrsglückwünsche aber zeitgerecht beim Empfänger eintrudeln, muss erst die Adressierungshürde gemeistert werden. Denn Codier- und Freimachungszonen, Länderkürzel und Verzierungen können den Postweg erheblich verlängern.

Bedeutung der Codierzone

Im "Kleinen Postbuch 2003", das dieser Tage zugestellt wurde, erfährt der hoffnungsvolle Adressant zum Beispiel von der immensen Bedeutung der Codierzone. Diese umfasst mindestens die 15 Millimeter vom unteren Kuvertrand. Auf gar keinen Fall darf dort etwas stehen, sonst sind die opto-elektronischen Geräte hilflos, erklärt Michael Homola, Post-Sprecher.

"Hier wird der maschinenlesbare orange Strichcode aufgedruckt, der Zustellinformationen beinhaltet. Steht dort noch etwas anderes, kann die nächste Maschine diesen Code nicht mehr entziffern", bedauert Homola. Die Folge: Der Brief muss händisch sortiert werden.

Kein Bindesrich zwischen Postleitzahl und Bestimmungsort

Ganz, ganz schlecht ist es auch, zwischen Postleitzahl und Bestimmungsort einen Bindestrich zu setzen. Dann müssen entweder Postmitarbeiter mittels Videocodierung die korrekte Adresse eingeben oder wiederum händisch werken.

Deutschland ist nicht "D"

Noch komplizierter wird es, wenn man der Erbtante in Deutschland von Herzen kommende Genesungswünsche übermitteln will und vor die Postleitzahl ein "D" als Länderkürzel hängt. Denn auch hier versagt die Technik. Können die Mitarbeiter vor den Bildschirmen den Ort keinem Land zuordnen, wandert der Brief ebenfalls zur Handauswertung.

Grundsätzlich gelten diese Regeln aber eher für Firmen, die Massensendungen verschicken, beruhigt Homola. Private, die sich maschinenfeindlich verhalten, müssen allerdings damit rechnen, dass sich die Zustellung möglicherweise um einige Tage verzögert.

Eile mit der Weihnachtspost

Bei der Weihnachtspost rät er zur Eile. Die Probleme im Verteilerzentrum Inzersdorf, die ab Jahresmitte zu tagelangen Verzögerungen geführt haben, seien zwar behoben. Damit der Weihnachtsgruß aber "mit sehr sehr großer Wahrscheinlichkeit" am 24. ankommt, sollte er dennoch spätestens heute aufgegeben werden.

(Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe 19.12.2002)

Umfrage:

Wie verschicken Sie Ihre Weinachtspost? Weihnachten ist auch das Fest der Päckchen und Briefe - Für viele Menschen gehört das knisternde Papier einfach dazu - andere senden lieber Online-Grüße...Und Sie?

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    15 Millimeter vom unteren Kuvertrand können entscheiden ob die Weihnachtspost ankommt oder nicht...

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