Arbeit als wichtigster Stabilisierungsfaktor

18. Dezember 2002, 14:43
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70 Prozent psychisch Kranker haben keinen Arbeitsplatz - "Geschützte Werkstätten" sollen weiterhelfen...

Linz - In Österreich haben rund 70 Prozent der Menschen mit psychosozialer Beeinträchtigung keinen Arbeitsplatz. Auch die Zahl der Frühpensionierungen auf Grund einer psychiatrischen Erkrankung ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. In Oberösterreich wurden neue Formen der Arbeit und Beschäftigung entwickelt, berichteten der oberösterreichische Landesrat Josef Ackerl (S) und Werner Schöny, Obmann von "pro mente Oberösterreich" in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz.

"Gerade für Menschen mit psychozozialem Betreuungsbedarf ist die Arbeit der wichtigste Stabilisierungsfaktor in ihrem Leben", erklärte Ackerl. Depression, Neurosen und psychosomatische Störungen bilden den größten Anteil an psychischen Erkrankungen. Diese gehe häufig einher mit sozialem Rückzug, Leistungsabfall durch Konzentrationsprobleme, verringerte Gedächtnisleistung, innerer Unruhe, Gespanntheit und Nervosität. Mitunter komme es auch zu körperlichen Veränderungen, wie Magenschmerzen oder Kopfweh, erläuterte Schöny.

1996 habe die Zahl der zuerkannten Frühpensionierungen auf Grund von psychiatrischen Erkrankungen noch 3.842 betragen, im Vorjahr waren es bereits 5.173. Das oberösterreichische Sozialressort entwickelte nach dem Motto "Stillstand ist Rückstand" neue Formen der Arbeit und Beschäftigung.

So soll das Modell der "Geschützten Werkstätten" auch für Menschen mit psychosozialem Betreuungsbedarf angeboten werden. Und mittels "Supported Employment - qualifizierte Begleitung am Arbeitsplatz" sollen in Partnerbetrieben geschützte Arbeitsplätze gefunden werden, so Ackerl. (APA)

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