Arme immer ärmer, Reiche immer reicher

18. Dezember 2002, 19:14
83 Postings

Einkommensschere klafft weiter auseinander - Netzwerk gegen Armut kritisiert "soziale Polarisierung" und fordert Maßnahmen

Wien - Die Unterschiede zwischen Beziehern niedriger und hoher Einkommen haben sich von 1995 bis 2001 weiter auseinander entwickelt. Das "Österreichische Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung" verweist auf die Lohnsteuerstatistik, wonach die Nettolöhne der untersten 30 Prozent der Einkommensbezieher in dieser Zeitspanne nur um 2,3 Prozent gestiegen sind, die obersten fünf Prozent dagegen eine Zunahme von 17,4 Prozent verzeichnen konnten. Damit klaffe die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander, kritisiert Martin Schenk vom Netzwerk die "soziale Polarisierung".

Die untersten 30 Prozent der Nettolohnbezieher erhielten im Vorjahr nur 7,3 Prozent der Gesamtlohnsumme, die obersten fünf Prozent dagegen lukrierten 16,0 Prozent dieser Summe. Ein durchschnittlicher Einkommensbezieher im Bereich der obersten fünf Prozent hat 13,2 mal so viel verdient wie einer aus den untersten 30 Prozent. 1995 hatte ein "Reichster" knapp 11,0 mal so viel lukriert wie ein "Armer".

Obere fünf Prozent=Untere 45 Prozent

Nimmt man den Durchschnitt des Anstiegs der Lohnsumme in diesen sieben Jahren von 14,3 Prozent, liegen die untersten 60 Prozent der Einkommensbezieher unter diesem Wert. Der Anteilsverlust der unteren 30 Prozent hängt mit der höheren Zahl an geringfügig Beschäftigten und Teilzeitbeschäftigten zusammen.

Augenfällig ist auch die Einkommenssumme der obersten fünf Prozent Einkommensbezieher, die mit 15,9 Prozent der Bruttolohnsumme genauso hoch ist wie für die unteren 45 Prozent. Insgesamt stieg die Gesamtsumme der Nettolöhne von 64,4 Milliarden Euro 1995 auf 73,6 Milliarden Euro im Vorjahr.

(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Grafik zum Vergrößern anklicken.

Share if you care.