Einsparungspotenzial Pflegekosten

17. Dezember 2002, 14:24
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MA47 weist Kritik des Wiener Kontrollamtes zurück

Wien - An der Debatte um die Pflegekosten in Wien hat sich am Dienstag die zuständige Wiener Magistratsabteilung 47 (Pflege und Betreuung) zu Wort gemeldet. Dort sieht man ein geringeres Einsparungspotenzial als jenes, das im jüngsten Kontrollamts-Bericht zu Hauskrankenpflege, Heimhilfe und Essen auf Rädern erwähnt worden ist. MA-47-Leiter Friedrich Leitner schätzt, dass private Träger der ambulanten Dienste zwischen drei und vier Prozent einsparen könnten. Er warnte aber vor Auswirkungen auf das Personal.

Leistungsgefährdung

"Diese Reduzierungen wären ohne eine Leistungsgefährdung möglich", betonte Leitner gegenüber der APA. Die Summe der möglichen Einsparungen bezifferte er auf 4 bis 5,4 Mio. Euro pro Jahr. Diese Beträge ergeben sich laut Leitner, wenn in den Berechnungen jeweils die billigste Trägerorganisation herangezogen wird.

Personal betreffende Maßnahmen

Sollte dieses Einsparungspotential sofort lukriert werden und die anderen Anbieter gezwungen werden, ihr Ausgabenbudget entsprechend zu reduzieren, müsse man aber mit Kündigungen - er befürchtete etwa Änderungskündigungen älterer Dienstnehmer - sowie mit anderen das Personal betreffende Maßnahmen rechnen, warnte Leitner.

Davon wären primär Frauen betroffen, die eine entsprechende Ausbildung in der Betreuung von alten und chronisch kranken Menschen vorzuweisen haben. "Die Stadt Wien hat bisher massivere personelle Auswirkungen eines solchen Einsparungskurses vermieden", versicherte Leitner.

Dass das Kontrollamt sogar auf eine mögliche Reduzierung der Kosten von bis zu 23 Mio. Euro kommt, sei damit zu erklären, dass die Kosten der verschiedenen Angebote zerlegt worden seien. Aus den jeweils billigsten Teilkosten sei ein - theoretisch - billigstes Angebot konstruiert worden, das dem rein rechnerisch teuersten gegenüber gestellt worden sei. Als echtes Einsparungspotenzial habe das Kontrollamt dies aber nicht bezeichnet, versicherte Leitner.

Veränderungen soll es aber trotzdem geben: Wie auch im Kontrollamtsbericht festgestellt wird, prüft die MA 47 mögliche "wirtschaftliche Korrekturen". Ziel der Magistratsabteilung 47 ist laut Leitner ein einheitlicher, wirtschaftlich gerechtfertigter Tarif. Bereits im Jahr 2003 soll es Tarife geben, die zwar noch nicht gänzlich vereinheitlicht sind aber nur mehr in einer Bandbreite von maximal 4 Prozent voneinander abweichen. (APA)

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