Farbstoff aus dem Meer

16. Dezember 2002, 19:00
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Bakterienstamm "Black Beauty" produziert Violacein als Sonnenschutz

Bremerhaven - Pseudoalteromonas-Stamm "Black Beauty heißt ein neu auf dem Meeresboden gefundenes Bakterium. Das Bakterium erzeugt den Farbstoff Violacein. Tjhin-Lok Tan vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) hat ein mikrobiologisches Verfahren entwickelt, um mit Hilfe dieses Bakteriums große Mengen dieses Farbstoffes zu gewinnen. Für die großtechnische Gewinnung und die weitere Anwendung sucht das AWI und das Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) in Bremerhaven Partner aus der Industrie.

Violacein ist ein blau-violetter Farbstoff. Er wird durch Bakterien aus zwei Tryptophanmolekülen (L-Tryptophan ist eine Aminosäure) synthetisiert. Violacein schützt die Zelle vor Sonneneinstrahlung und regelt die Tryptophankonzentration, um diese unter dem toxischen Niveau zu halten. Der Farbstoff, der in Wasser beinahe unlöslich, in Aceton, Äthanol und Dioxan aber löslich ist, besitzt antibiotische, antivirale und antitumorale Eigenschaften, zeigt aber keine zytotoxische oder pathogene Wirkung.

Seit kurzem wird Violacein zur Färbung von Textilien eingesetzt. Gute Färberesultate wurden bislang nicht nur auf natürlichen Stoffen wie Seide, Wolle und Baumwolle, sondern auch auf synthetischen Fasern wie Nylon erzielt. (pte)

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