Weihnachtsamnestie für 426 Häftlinge

16. Dezember 2002, 19:12
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Erstmals gibt es heuer einen speziellen Gnadenakt für ausländische Strafgefangene...

Wien/Linz - Für 426 Häftlinge in Österreich öffnen sich am Dienstag vorzeitig die Gefängnistore. Sie fallen unter die so genannte "Weihnachtsamnestie" des Bundespräsidenten. Erstmals gibt es heuer einen speziellen Gnadenakt für Ausländer, die in ihre Heimat zurückkehren. In den Justizanstalten selbst wird versucht, jenen "Amnestierten" zu helfen, bei denen ein soziales Netz fehlt.

Nur Menschen mit weniger als fünf Jahren Strafe kommen in Frage

In den Genuss der Weihnachtsamnestie kommen grundsätzlich nur Strafgefangene mit einer "günstigen Prognose". Täter, die mehr als fünf Jahre zu verbüßen haben, sind davon ausgeschlossen. Bei anderen muss - wenn es sich um Ersttäter handelt - ein Drittel der Strafe verbüßt sein. Wiederholungstäter müssen die Hälfte ihrer Zeit "abgesessen" haben, wenn sie amnestiert werden möchten.

Ausgeschlossen sind Sexualtäter, Schlepper und Suchtgiftdealer

Die Weihnachtsamnestie gibt es grundsätzlich nur einmal, wer nach diesem Gnadenerweis neuerlich hinter Gittern landete, hat keine Chance auf eine "Wiederholung". Ausgeschlossen von der Weihnachtsamnestie sind unter anderem Sexualtäter, Schlepper und Suchtgiftdealer.

Ausländische Strafgefangene dürfen in ihr Heimatland zurück

Von den 426 "Weihnachtsamnestierten" sind rund 70 Ausländer. Sie kommen auf Grund einer heuer erstmals gegebenen Möglichkeit frei: wenn sie 25 Prozent der Haft verbüßt und ernsthaft die Absicht haben und sich verpflichten, sofort in ihr Heimatland zurückzukehren. Die Ausländer dürfen und müssen das Land verlassen, wenn sie allerdings bleiben oder bald wieder nach Österreich zurückkommen, dann werden sie verhaftet und müssen den Rest ihrer Strafe absitzen. (APA)

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