OPEC-Ölpreis steigt weiter

17. Dezember 2002, 12:57
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Venezuela-Krise und neuen Irak-Krieg-Ängste lassen Preise über selbst definierte Obergrenze von 28 Dollar pro Fass steigen

Wien - Die Ölpreise steigen wieder rasant an. Der Korbpreis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) betrug am Montag 28,61 Dollar (28,02 Euro) je Barrel (159 Liter), teilte das OPEC-Sekretariat in Wien am Dienstag laut dpa und Dow Jones mit. Damit war OPEC-Öl um 0,99 Dollar teurer als am vergangenen Freitag. Der Preis stieg dabei erstmals seit Mitte Oktober über die selbst definierte Obergrenze von 28 Dollar je Barrel.

Als Grund für die massive Verteuerung in den vergangenen Tagen sehen Händler laut OPEC vor allem die Situation in Venezuela an. Der weltweit fünftgrößte Ölexporteur leidet seit Wochen unter einem Generalstreik und fördert nur noch einen Bruchteil seiner Kapazitäten. Dazu kommt nach Expertenmeinung die neu erwachte Angst der Händler vor einem Krieg der USA gegen den Irak. US-Regierungsvertreter hatten erklärt, die vom Irak der UNO zur Verfügung gestellten Papiere über das Waffenprogramm seien lückenhaft.

Preis treibend dürfte sich nach Ansicht von Marktbeobachtern auch der Beschluss der OPEC-Mitglieder aus der Vorwoche auswirken, die vereinbarten Fördermengen wieder einzuhalten. In den vergangenen Wochen war deutlich mehr Rohöl produziert worden als vereinbart. Die OPEC-Minister waren bei ihrem Sondertreffen in Wien übereingekommen, diese Überkapazitäten abzubauen. Im Gegenzug waren den einzelnen Mitgliedstaaten höhere offizielle Förderquoten zugestanden worden. (APA)

  • Venezuela: Die Nationalgarde bewacht aufgrund der Regierungskrise Tankstellen im ganzen Land.

    Venezuela: Die Nationalgarde bewacht aufgrund der Regierungskrise Tankstellen im ganzen Land.

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