Steuertipps im Bereich der Lohnverrechnung

21. Jänner 2004, 14:15
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Was Sie noch bis zum 31.12.2002 beachten sollten

Optimale Ausnutzung des Jahressechstels mit 6% Lohnsteuer
Wenn neben den regelmäßigen Monatsbezügen noch andere Bezüge (wie zB Überstundenvergütungen, Nachtarbeitszuschläge, Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen etc) zur Auszahlung oder etwa Sachbezüge nur zwölfmal jährlich zur Verrechnung gelangen, dann wird das Jahressechstel durch Urlaubs- und Weihnachtsgeld in Höhe des Normalbezuges nicht optimal ausgenutzt. Eine zusätzliche Prämie in Höhe des restlichen Jahressechstels ist dann steuerlich sinnvoll. Mit modernen Lohnverrechnungsprogrammen kann das optimale (noch ungenutzte) Jahressechstel am Jahresende bei Bedarf berechnet werden.

Prämien für Diensterfindungen und Verbesserungsvorschläge mit 6% Lohnsteuer
Für die steuerbegünstigte Auszahlung (6 % Lohnsteuer) derartiger Prämien steht ein zusätzliches Jahressechstel zur Verfügung. Allzu triviale Vorschläge werden von den Lohnsteuerprüfern nicht als prämienwürdige Verbesserungsvorschläge anerkannt. Ab 2003 wird das begünstigte Sechstel um 15% erhöht (siehe auch oben Punkt 1.4).

Aufrollung der Jahreslohnverrechnung 2002 - ein Service des Dienstgebers für seine Mitarbeiter - spart Arbeitnehmerveranlagung
Unregelmäßige monatliche Bezüge bringen es mit sich, dass in den einzelnen Lohnzahlungszeiträumen unterschiedliche Lohnsteuerbelastungen vorliegen. Diese unterschiedlichen Belastungen sollten im Zuge der Dezember-Lohnverrechnung durch Aufrollung ausgeglichen werden. Dadurch erübrigen sich viele Arbeitnehmer­veranlagungen auf Antrag. Diese Aufrollung ist auch möglich, wenn das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Jahr über bestanden hat. Bei ganzjähriger Beschäftigung kann der Arbeitgeber die Gewerkschafts- und Kirchenbeiträge gleich mitberücksichtigen. Auch die sonstigen Bezüge können im Zuge der Aufrollung neu durchgerechnet werden.

Zukunftssicherung der Dienstnehmer bis € 300 steuerfrei
Die Bezahlung von Prämien für Lebens(Kranken/Unfall)versicherungen (einschließlich Zeichnung eines Pensions-Investmentfonds) für alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen ist bis zu € 300 pro Jahr und Arbeitnehmer nach wie vor steuerfrei.
TIPP: Bei monatlichen Zahlungen der Prämie erhöht sich auch das Jahressechstel.

Mitarbeiterbeteiligung bis € 1.460 steuerfrei
Für den Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Beteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers oder an mit diesem verbundenen Konzernunternehmen besteht ein Freibetrag von € 1.460. Der Vorteil muss allen Arbeitnehmern oder einer bestimmten Gruppe zukommen; die Beteiligung muss länger als 5 Jahre behalten werden.

Weihnachtsgeschenke bis max € 186 steuerfrei
(Weihnachts-)Geschenke an Arbeitnehmer sind innerhalb eines Freibetrages von € 186 jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich um Sachzuwendungen handelt (zB Warengutscheine, Goldmünzen). Bargeschenke sind immer steuerpflichtig (außer an Katastrophenopfer – siehe oben)!

Betriebsveranstaltungen (zB Weihnachtsfeiern) bis € 365 pro Arbeitnehmer steuerfrei
Für eine steuerfreie Teilnahme an Betriebsveranstaltungen darf ein Jahresbetrag pro Arbeitnehmer von € 365 nicht überschritten werden. Denken Sie bei der betrieblichen Weihnachtsfeier daran, dass alle Betriebsveranstaltungen des ganzen Jahres zusammengerechnet werden. Ein eventueller Mehrbetrag ist steuerpflichtiger Arbeitsbezug.

Neue Lehrlingsausbildungsprämie von € 1000
Als Initiative für den Arbeitsmarkt wird anstelle des bisherigen Lehrlingsfreibetrages ab 2002 eine Lehrlingsausbildungsprämie in Höhe von € 1.000 pro Lehrling für jedes Jahr, in dem das Lehrverhältnis – wenn auch nur für 1 Tag – bestanden hat, eingeführt. Die Prämie steht auch bei Lehrverhältnissen zu, die vor dem Jahr 2002 begonnen worden sind.

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