Jedes Jahr tausende Österreicher nach Glatteis im Spital

16. Dezember 2002, 14:25
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Mit kurzen Schritten gemäßigtem Tempo und den Händen aus den Taschen verringert man die Verletzungsgefahr..

Wien - Jährlich landen in Österreich Tausende Menschen nach Stürzen auf Glatteis oder im Schnee im Spital. Im Vorjahr waren es nach einer Statistik des Instituts "Sicher Leben" rund 12.000 Personen. Die "Spitze des Eisbergs" wurde mit 140 Verletzungen pro Tag im Jänner erreicht, dicht gefolgt von 115 Verletzungen täglich im Dezember, hieß es in einer Aussendung am Montag.

Öffentlichen Verkehrsflächen sind am gefährlichsten

Laut "Sicher Leben" rutschen die Menschen am häufigsten auf öffentlichen Verkehrsflächen aus (60 Prozent). Aber auch die nähere Umgebung der Wohnung, wie der Garten oder die Garageneinfahrt, kann schneller zur Rutschpartie ins Krankenhaus werden, als man denkt (20 Prozent). Vielfach sind die Verletzungen schwer: Mit 59 Prozent bilden Knochenbrüche den Großteil, vor allem an Handgelenk, Unterarm und Fußknöcheln. 74 Prozent verletzten sich beim Laufen oder Gehen, zwölf Prozent beim Spiel oder in der Freizeit.

Hände aus den Taschen

Rupert Kisser, Leiter von "Sicher Leben", rät vor allem älteren und gebrechlichen Personen, bei extremem Glatteis lieber zu Hause zu bleiben, und ermahnt all jene, die auf die Straße müssen, zu besonderer Vorsicht: "Treten Sie nicht hart auf die Fersen auf und gehen Sie lieber leicht vornüber geneigt, um einen unkontrollierten Sturz nach hinten zu vermeiden. Stecken Sie Ihre Hände nicht in die Taschen, um notfalls das Gleichgewicht besser halten zu können und einen Sturz abzufangen."

Kurze Schritte und gemäßigtes Tempo

Wer zu Fuß unterwegs ist, soll bei schlechter Bodenhaftung kurze Schritte und gemäßigtes Tempo an den Tag legen. Wer mehr Zeit für seine Wege einplant, kann sich sicherer am Ziel wähnen. Frauen sollten in der Winterzeit keine Stöckelschuhe anziehen, sondern bequeme feste Schuhe oder Stiefel ohne hohen Absatz und mit einer guten Profilsohle.

Ältere Meschen sollten Einkaufsdienste nützen

Ältere und gebrechliche Menschen sollten sich zum Arzt mit dem Taxi oder Fahrtendienst bringen lassen und bei wichtigen Wegen jemanden bitten, die Begleitung zu übernehmen, rät "Sicher Leben". Auch beim Einkaufen kann man Nachbarn, Verwandte und Freunde fragen, ob dieser Gang übernommen werden könnte; ferner gibt es eigene Einkaufsdienste.

Mit 61 Prozent rutschen Frauen am häufigsten aus

Mit 61 Prozent stellen Frauen den größten Anteil bei Unfällen auf rutschigem Untergrund. Vor allem ältere Frauen sind auf Grund ihrer Knochenkonsistenz besonders gefährdet - 44 Prozent aller Verunglückten sind laut "Sicher Leben" über 45 Jahre. Kisser verweist auf mögliche Folgen: "Viele Frauen leiden an einem Verlust der Knochenfestigkeit (Osteoporose) und oft ist der gefürchtete Oberschenkelhalsbruch die Folge eines Sturzes. Diese Diagnose bedeutet meist eine langwierige Spitalsbehandlung. Die schwerwiegende Folge könnte eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit für den Rest des Lebens bedeuten". (APA)

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