Späte Mutterfreuden durch fremde Eizellen

16. Dezember 2002, 20:06
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Erstmals in Österreich sind zwei Frauen um die 60 Mütter geworden - Vom medizinischen Standpunkt aus problemlos machbar - allerdings auf Grund der Bestimmungen nur im Ausland...

Graz - Mit 58 und 61 Jahren erleben nun auch zwei Frauen aus Österreich späte Mutterfreuden. Beide Frauen, denen bisher der Kinderwunsch versagt geblieben war, hatten sich im Ausland einer Hormonbehandlung unterzogen und sich auch dort die befruchteten Eizellen einpflanzen lassen. In beiden Fällen stammten die Eizellen von fremden Frauen. In einem der beiden Fälle stammt auch die Samenzelle von einem Fremdspender. Entbunden haben die beiden Steirerinnen in Graz.

"In Österreich ist diese Art der Behandlung verboten", sagte Montag Wolfgang Urdl, der Vorstand der Grazer Frauenklinik, der die beiden Schwangerschaften in Graz medizinisch begleitet hat. Die beiden Geburten seien dann aufgrund des erhöhten Risikos durch Kaiserschnitt erfolgt. "Beide Frauen haben zwei lebensgesunde Kinder zur Welt gebracht und haben schon vor längerer Zeit das Krankenhaus wieder verlassen", so der Mediziner.

Kein Problem

Vom medizinischen Standpunkt aus gesehen, sei diese Art der späten Mutterschaft heute problemlos machbar. Allerdings aufgrund der österreichischen Bestimmungen nur im Ausland. "Mit entsprechender Zufuhr von Hormonen kann die Schleimhaut der Gebärmutter auch nach der Menopause wieder einnistungsfähig werden", erklärt der Mediziner, der allerdings ethische Bedenken hegt. "Ich hätte kein Problem, diese Form der Behandlung einer Frau mit 30 oder 40 zu empfehlen - auch wenn es in Österreich selbst nicht machbar ist", so Urdl.

Im vorliegenden Fall - nach der Menopause und jenseits des 50. Geburtstages - liege seiner Ansicht nach allerdings ein "überwertiger Wunsch der Frau" vor. "Hier muss man auch das Kindeswohl im Auge haben", so der Mediziner, der betonte, dass die Erfüllung eines solchen späten Kinderwunsches "gegen die biologische Uhr" gerichtet sei.

Er gehe davon aus, dass diese ersten österreichischen Beispiele dennoch Schule machen werden: "Ich bin sicher, dass wir zunehmend mit diesem Phänomen, dass sich immer ältere Frauen Kinder wünschen und sich entsprechend behandeln lassen, leben werden müssen", so Urdl. Zurzeit werde am Grazer Klinikum allerdings keine weitere schwangere Frau diesbezüglich betreut. (red, DER STANDARD Printausgabe 17.12.2002)

Erstmals in Österreich sind zwei Frauen um die 60 Mütter geworden. Die Einpflanzungen der fremden Eizellen wurden im Ausland vorgenommen. In Österreich, wo eine derartige Prozedur verboten ist, kamen die Babys dann durch Kaiserschnitte zur Welt.

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LKH Graz
BKA- Bioethik

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