Autoversicherung wird teurer

16. Dezember 2002, 17:38
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Prämien für Kfz-Versicherung steigen 2003 erneut - Defizitäre Autoversicherung soll im kommenden Jahr aus den roten Zahlen kommen

Innsbruck - Den durchschnittlich dreiprozentigen Erhöhungen der Kfz-Haftpflichtprämien im heurigen Jahr werden 2003 Verteuerungen in ähnlicher Größenordnung folgen. Bruno Friedl, Vorsitzender der Sektion Kfz im Versicherungsverband (VVÖ), hofft, dass die Branche dadurch im nächsten Jahr wieder Gewinne schreibt. Für heuer rechnet Friedl in der Kfz-Haftpflicht mit "leicht roten", im Kasko-Bereich mit "schwer roten" Zahlen, in Summe würden die Verluste deutlich über 100 Mio Euro liegen. 2001 hatte dieses Minus 240 Mio., ein Jahr vorher "am Höhepunkt der Rabattitis" 436 Mio. Euro ausgemacht. Bei den Kasko-Prämien erwartet Friedl für 2003 bei Neuabschlüssen vier bis sechs Prozent höhere Prämien. In beiden Sparten will man jedoch die Kunden nach Fahrzeug- und Nutzergruppen differenziert zur Kasse bitten.

Mindestens ebenso viel wie die höheren Tarife soll 2003 ein verbessertes Schadensmanagement bringen. Etwa durch verstärkte Kontrollen, insbesondere nach erfolgter Reparatur. "Schwarze Schafe" unter den Werkstätten will man öffentlich "brandmarken", nachdem ein Test bei 32 Werkstätten ergeben hat, dass Kostenvoranschläge gegenüber Privatkunden um bis zu 80 Prozent unter jenen lagen, die "eh die Versicherung zahlt". Nachgedacht wird auch über Verträge zwischen Werkstätten und Versicherungen, die Ersteren sichere Auslastungen und Zweiteren Kostensenkungen bringen sollen.

"Alternativreparaturen"

Kostendämpfend sollen auch "Alternativreparaturen", insbesondere bei Windschutzscheiben und Stoßstangen, wirksam werden. In vielen Fällen sei eine mit Kunstharz reparierte Windschutzscheibe kaum von einer neuen zu unterscheiden, meint Erik Eybl vom Kfz-Schadensausschuss des VVÖ. Als Anreiz, die billige Reparatur (75-120 Euro) anstelle des teuren Austausches (580-600 Euro) anzunehmen, verzichten die meisten Institute bei der Reparatur auf den Selbstbehalt von Kaskoversicherten, der zugleich von etwa 70 auf 250 Euro angehoben wurde.

Den Löwenanteil der Leistungen aus der Kfz-Haftpflicht (2001: 1,192 Mrd. Euro) verschlingen mit 37 Prozent die Reparaturkosten. Weitere 18 Prozent flossen in Reparaturablösen und Abgeltungen für Totalschäden. Der Anteil für Schmerzensgeld ist mit 10,5 Prozent relativ gering, weshalb die Branche bereit sei, schwere Verletzungen künftig deutlich höher als bisher abzugelten, erklärt Friedl. (hs, Der Standard, Printausgabe, 16.12.2002 )

  • Höhere Kfz-Prämien: Da müsste selbst Wunderauto K.I.T.T. klein beigeben. Michael Knight sowieso.
    montage: derstandard.at

    Höhere Kfz-Prämien: Da müsste selbst Wunderauto K.I.T.T. klein beigeben. Michael Knight sowieso.

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