Mecca-Cola aus Solidarität mit Palästinensern ein Renner

13. Dezember 2002, 11:39
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Internet-Werbung mit Intifada-Bildern - "Politisch korrektes" Boykott-Getränk aus Frankreich

Das von Tawfik Mathlouthi seit Ende Oktober in Frankreich hergestellte"Mecca-Cola", das den Kritikern Israels und der USA eine politisch korrekte Erfrischung verheißt, hat sich nach Angaben des Geschäftsmannes als Renner erwiesen. Im Internet wirbt Mathlouthi mit Bildern der Intifada für seinen Softdrink, von dem er nach eigenen Angaben bereits 1,2 Millionen 1,5-Liter-Flaschen verkauft hat.

Der Schriftzug der Mecca-Cola ist dem Coca-Cola-Logo nachempfunden, doch von der Konkurrenz aus Atlanta trennt die Limonade ein weltanschaulicher Abgrund. Die Wirtschaft solle sich in den Dienst der Ideologie stellen, erklärt der Gründer des Pariser Radios Mediterranee (Mittelmeer) sein Konzept: "Die Muslime in der ganzen Welt sind so dumm, ihr Geld den Amerikanern zu geben, die damit Waffen kaufen, mit denen sie (die Muslime) getötet werden."

Der Griff zur Flasche als politischer Akt

Da sollten sie ihren Durst besser mit Mecca-Cola stillen, so sein Kalkül. Der Griff zur Flasche als politischer Akt, als "klare Ablehnung von (US-Präsident George W.) Bush und seinen Freunden", der "amerikanischen Hegemonie" als solcher. Natürlich wolle er auch Geld verdienen, räumt Mathlouthi ein. Aber je zehn Prozent seines Gewinns würden - wie berichtet - nach Palästina überwiesen sowie an Vereine in Europa, die sich der Wohlfahrt und dem Streben nach weltweitem Frieden verschrieben haben.

Mecca-Cola im Supermarkt

Rund 50 Cola-ähnliche Boykottgetränke gebe es bereits, doch keines hat nach Angaben Mathlouthis nennenswerten Erfolg. Sein Mecca-Cola stehe bereits in einigen Geschäften zweier großer französischer Supermarkt-Ketten. Auch in Deutschland, Belgien und den Niederlanden soll die Limonade bereits zu kaufen sein. In der Höhle des Löwen, dem Mutterland aller Cola-Getränke, wird es jedoch nie Mecca-Cola geben.

Die Arabische Liga hat vor mehr als 50 Jahren einen Boykott für Unternehmen initiiert, die mit Israel Geschäfte machen. Bis zu 8.500 Produkte und Firmen standen zeitweise auf der Schwarzen Liste, doch seit fast einem Jahrzehnt wird der Boykott nicht mehr aktiv betrieben. Mit der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten gibt es wieder neue Versuche, mit Aufrufen zum Boykott Bewusstsein zu schärfen und die Politik zu beeinflussen. (APA/AP)

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