Euro auf Rekord-Hoch

13. Dezember 2002, 16:04
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Gemeinschaftswährung wieder deutlich über 1,02 Dollar - Auch Gold setzt angesichts politischer Unsicherheiten zu Höhenflügen an

London - Der Kurs des Euro ist am Freitag auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren geklettert. Am Londoner Devisenmarkt wurden am Freitag deutlich über 1,02 Dollar für einen Euro gezahlt. Als Grund für den Anstieg nannten Händler und Experten einen schwächelnden Dollar. Die US-Währung steht demnach derzeit von mehreren Seiten unter Druck.

Am wichtigsten europäischen Devisenmarkt in London wurden zwischenzeitlich 1,0257 Dollar für einen Euro gezahlt. Gegen 15.00 Uhr und damit vor Veröffentlichung der Daten zum US-Verbrauchervertrauen wurden am wichtigsten europäischen Devisenmarkt dann 1,0236 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte am Nachmittag mit 1,0221 Dollar den höchsten Referenzkurs seit Mitte Jänner 2000 fest.

"Schwacher US-Dollar"

"Der Euro profitiert von der Schwäche des Dollar", sagte Paul Mackel, Volkswirt bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. "Die Spekulationen über eine Abkehr von der Politik eines starken Dollar in den USA sind mit dem Rücktritt von (US-Finanzminister Paul) O'Neill zahlreicher geworden." Zudem sei die derzeit zu beobachtende Börsenschwäche in den USA eine Belastung für den Dollar. Hinzu kamen die am Donnerstag vom Arbeitsministerium verkündeten enttäuschenden Arbeitslosenzahlen. Hinzu kommt nach Meinung der Experten, dass sich internationale Spannungen zuletzt verschärften, nicht nur mit Blick auf Irak, sondern auch hinsichtlich Nordkoreas.

Iain Stannard, Volkswirt bei der französischen Bank BNP Paribas, ging für die kommenden Wochen von einem weiteren Anstieg des Euro-Kurses aus. Bis zum Jahresende könne die Gemeinschaftswährung über die Marke von 1,03 Dollar steigen. Gold auf Drei-Jahres-Hoch

Anleger strebten nun verstärkt danach, Risiken aus dem Wege zu gehen. Dies zeigt auch der Anstieg des Goldpreises. Gold hat am Freitagvormittag im europäischen Handel markant zugelegt und ist auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Das gelbe Edelmetall zog im Verlauf bis auf 335,25 Dollar je Feinunze an, nachdem es am Donnerstagnachmittag in London noch mit 326,40 Dollar gefixt worden war. (APA/Reuters)

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    Der Euro profitiert vom Druck auf den Dollar. Am Freitag konnte die europäische Gemeinschaftswährung die 1,02-Dollar-Marke überspringen.

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