Börse 2003: Bulle oder (wieder) Bär?

12. Dezember 2002, 18:18
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Die Aussichten der österreichischen Fondsgesellschaften sind gemischt

Was erwarten die österreichischen Fondsgesellschaften für das Börsenjahr 2003?

e-fundresearch hat für Sie recherchiert und ist zu folgendem Schluss gekommen: Die meisten Analysten sind für nächstes Jahr verhalten optimistisch eingestellt. Aktien sind relativ gesehen billig bewertet und auch die Konjunktur sollte sich weiter erholen. Hauptrisiken dabei: Der Irak-Krieg und weitere Terroranschläge.

ERSTE: 2003 wird wieder ein Börsenjahr

Für Friedrich Mostböck, Chefanalyst der ERSTE Bank, haben die internationalen Aktienmärkte das Schlimmste bereits hinter sich, da es seit Oktober erste Anzeichen einer positiven Gegenreaktion gibt. Alle negativen Faktoren, von einer Eskalation der Irak-Krise bzw. neuen Terroranschläge einmal abgesehen, seien in den derzeitigen Aktienkursen schon eingepreist. Die Konjunktur werde sich mittelfristig wieder erholen und auch die Gewinne der Unternehmen zeigen Großteils schon wieder nach oben. „2003 sollte daher wieder ein Börsenjahr werden“, gibt sich Mostböck daher überzeugt.

Spängler: Börsen haben nach unten übertrieben

Mit „vorsichtigem Realismus“ schätzt dagegen das Salzburger Bankhaus Carl Spängler die Lage an den internationalen Märkten ein. „Die Kurse enthalten bereits eine Menge an Negativmeldungen, was die Aussicht auf weitere Einbrüche reduziert. Niedrige Zinsen, eine ausreichend vorhandene Liquidität für eine Börseerholung und insbesondere der sowohl in Europa, als auch in den USA vorhandene politische Wille zur Konjunkturunterstützung schaffen ein Umfeld, das insbesondere bei qualitätsorientierten Titeln Aktieninvestments bereits wieder attraktiv macht.“, so Vorstand Heinrich Spängler. Weiters spreche für Aktien die derzeit günstige Bewertung: „Momentan bekommt man Aktien sehr billig, zum Teil unter dem Buchwert. Das ist ein Zeichen, dass die Börsen jetzt nach unten übertrieben haben.“

Constantia: So billig sind die Börsen auch wieder nicht

Die Constantia Privatbank KAG ist für die weiteren Konjunkturaussichten nur verhalten eingestellt: „Maximal sehen wir eine leichte Erholung im nächsten Jahr. Der Irak-Krieg wird zu einem erhöhten Ölpreis führen, was für die Weltwirtschaft zumindest keine Entlastung darstellen wird. Erst im 2. Halbjahr sehen wir konjunkturelles Aufwärtspotential“, gibt sich Elisabeth Staudner überzeugt. Im ersten Halbjahr erwartet man bei Constantia auch keine Zinssenkungen mehr, im 2. Halbjahr eventuell dann wieder marginale Zinsanhebungen.

Für Aktien ist Staudner dann schon etwas optimistischer: „Man sollte keine allzu großen Erwartungen für 2003 haben, aber für das Gesamtjahr sind wir moderat bullish“ 10-15 Prozent sieht sie als maximales Potential bei amerikanischen und europäischen Standardwerten.

Dabei warnt sie aber auch: „So billig wie oft gesagt sind die Börsen auch wieder nicht“. Als Beispiel nennt Sie die USA: „Dort geht man von einer durchschnittlichen Gewinnsteigerung von 13 Prozent aus. Und das bei einem KGV von 16.“

Die Constantia Privatbank empfiehlt ihren Kunden daher Aktien aus Osteuropa oder Asien (mit Ausnahme von Japan).

Gutmann: 2003 wird ein schwieriges Jahr

2003 wird aus Sicht der Bank Gutmann wieder ein schwieriges Jahr werden. „Die gesamte Entwicklung hängt, wie so oft, von den USA ab da andere Konjunkturlokomotiven nicht in Sicht sind“, so Vorstand Friedrich Strasser. Dort habe sich die Lage zuletzt zwar stabilisiert aber dafür sind die Aussichten für Europa, allen voran in Deutschland, deutlich schlechter. „Und auch Risiken gibt es mehr als wir brauchen können: Ein möglicher Irak-Krieg und Terrorängste drücken auf die Stimmung“, so Strasser weiter. Die Unternehmensgewinne sollten seiner Ansicht nach 2003 aber wieder steigen, wenn auch nur von einer sehr tiefen Basis aus, weshalb man bei amerikanischen und europäischen Standardwerten mit Kurssteigerungen im einstelligen Prozentbereich rechnen kann.

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