Haupt will FP-Niederösterreich einen

12. Dezember 2002, 14:30
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FP-Chef strebt "einvernehmliche Lösung" an - Unterschriften- Sammlung vorläufig gestoppt - Parteitag jedoch "nicht vom Tisch"

Wien - Wende in der Causa Sonderparteitag der FP-NÖ. Die Unterschriften für die Abhaltung werden nun doch nicht am Freitag abgegeben.

Man sei überein gekommen, am Wochenende zunächst Verhandlungen mit der Landesführung der Freiheitlichen zu führen, bestätigte Robert Wenitsch, Bezirksobmann in Gänserndorf. Es handle sich dabei um das Ergebnis einer Unterredung mit der Bundesspitze der FPÖ.

Ein Sonderparteitag sei jedoch "noch nicht vom Tisch", sagte Robert Wenitsch. In den Verhandlungen am Wochenende gehe es ihm insbesondere um zwei Punkte: die Aufhebung der laufenden Parteiausschlussverfahren und eine Aussprache über die Situation der Landesgruppe. Beide Themen scheinen auch auf der Tagesordnung für einen a.o, Parteitag auf.

Bei der Erstellung der Landesliste der FPÖ für die Landtagswahl im März 2003 will Wenitsch die Bezirke eingebunden wissen. Auch hinsichtlich des Spitzenkandidaten - der Vorstand hat Klubobmann Franz Marchat nominiert - sei die Basis zu befragen. Spreche sich die für Marchat aus, werde er den Klubchef ebenfalls voll unterstützen, kündigte der Gänserndorfer Bezirksobmann an. Ein Sonderparteitag wäre "der letzte Ausweg, um der Basis zu ihrem demokratischen Recht zu verhelfen".

Haupt will "alle beteiligten Gruppen zusammenhalten"

FPÖ-Obmann Herbert Haupt versucht, die auseinander fallende Freiheitliche Landesgruppe Niederösterreich doch noch zu einen. Im Gespräch mit der APA am Donnerstag sagte Haupt, er wolle "alle beteiligten Gruppen zusammenhalten" und strebe eine "einvernehmliche Lösung" an. Er habe "Interesse, dass keine Gruppe verloren geht". Am Wochenende werde es unter seiner Führung ein "Moderationsgespräch" mit den Niederösterreichischen Freiheitlichen geben.

Auf die Frage, neben dem Initiator eines Sonderparteitags, Robert Wenitsch, und dem ehemaligen NÖ-Obmann Hans-Jörg Schimanek auch deren Kontrahenten - Volksanwalt Ewald Stadler und der neue Spitzenkandidat für die Landtagswahlen Franz Marchat - an dieser Aussprache teilnehmen werden, wollte Haupt keine konkrete Antwort geben. "Es gibt unterschiedliche Gruppen. Meine Mitarbeiter versuchen, das auszuloten. Es ist zu früh, öffentlich dazu etwas zu sagen". Außerdem werde noch geprüft, ob die 130 Unterschriften, die Wenitsch für einen außerordentlichen Sonderparteitag gesammelt habe, "tatsächlich alles Delegierte sind oder nicht. Das ist noch in Schwebe".

Haupt betonte, dass grundsätzlich "in der FPÖ Stabilität eingekehrt ist. Nur in Niederösterreich gibt es Wahlen. Die anstehenden Meinungsunterschiede über die Kandidatur werden versucht, über einen außerordentlichen Parteitag zu finalisieren. Aber die Definition in den Medien, dass es eine Haider-freundliche und nicht-freundliche Gruppe gibt, stimmt nicht".

Befragt, ob es möglicherweise einen neuen Spitzenkandidaten für die FPÖ-Niederösterreich geben könnte, meinte Haupt: "Es ist vollkommen zu früh, etwas zu sagen". Es gehe darum, "optimale Chancen beim Wähler" zu haben. Außerdem sei diese Frage eine der niederösterreichischen Landesgruppe. "Die werden sich zusammen setzen und das Problem einvernehmlich lösen". Auf die Frage, ob er mit einem Durchgriffsrecht eingreifen könne, sagte Haupt: "Nein. Das gibt es nicht. Das Parteistatut ist eindeutig". (APA)

  • Die niederösterreichischen Blauen geben im Moment ein Bild ab, als ob jemand den "Extrudieren"-Filter des Photoshops über sie gelegt hätte
    montage: derstandard.at

    Die niederösterreichischen Blauen geben im Moment ein Bild ab, als ob jemand den "Extrudieren"-Filter des Photoshops über sie gelegt hätte

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