Häferl-Abwasch wird nicht privatisiert

12. Dezember 2002, 10:06
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Sparpläne in der "Kaffeehäferl-Affäre" im Welser Rathaus gestoppt

Wels - Eine "Kaffeehäferl-Affäre" sorgte beim Magistrat Wels für Aufregung. Es geht um einen Pilotversuch zur Kosteneinsparung beim Reinigungspersonal, wobei - unter anderem - die Beschäftigten auch aufgefordert wurden, künftig ihre Kaffeetassen selbst abzuwaschen.

Der Welser Magistratsdirektor Karl Schweiger, vormals Polizeichef der Stadt Salzburg, hatte zur Reduzierung der Verwaltungsausgaben die Idee, bei den Reinigungsaufwendungen in den Büros und Einrichtungen der Stadt die Kosten zu senken. Insgesamt sind bei der Stadt Wels rund 220 Reinigungskräfte - vorwiegend Frauen und viele in Teilzeit - beschäftigt. Schweiger hielt eine Kostenreduktion um rund sechs Prozent für möglich, das hätte mittelfristig bedeutet, dass der Personalbedarf bei den Reinigungskräften um 15 bis 20 gesenkt worden wäre. Schweiger: "Wir hätten niemanden gekündigt, es wäre nur zu weniger Nachbesetzungen gekommen".

Der Plan sah vor, dass nicht mehr jedes Büro jeden Tag "gewischt" wird, und eben auch, dass die Bediensteten ihre Kaffeetassen selbst säubern. "Das wäre auch ein Erziehungseffekt gewesen, schließlich ist das Reinigungspersonal nicht dazu da, die Kolleginnen und Kollegen zu bedienen", so Schweiger.

Der Pilotversuch im Welser Rathaus war befristet, er ist jetzt ausgelaufen. Dabei bleibt es, die Sparmaßnahmen werden nicht zur Dauerlösung, ordnete Bürgermeister Peter Koits an. Schweiger bedauert, "aber das Reinigungspersonal war dagegen", sagt er.

Das bestätigte auch Koits: "Das Reinigungspersonal hätte die Arbeit nicht geschafft, wenn es zu den Einsparungen gekommen wäre". Die Kaffeehäferl-Frage sieht Koits entspannt: "Die meisten haben ihre Kaffeetasse ohnehin selbst abgewaschen und werden das auch in Zukunft tun, ich persönlich gebe mein Häferl auch eigenhändig in den Geschirrspüler." (APA)

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