Gebot der Stunde: Auf die Haut achten!

11. Dezember 2002, 12:31
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Der Doppelpack aus kaltem Klima und trockener Heizungsluft setzt dem Stoffwechsel der Haut zu - ihrer Schutzfunktion muss nachgeholfen werden

Wien - Wenn die Temperatur sinkt, verändert sich der Stoffwechsel der Haut. Die Talgdrüsen arbeiten auf Sparflamme. Spätestens, wenn die Temperatur auf acht Grad Celsius fällt, setzt diese Umstellung ein.

Dadurch reduziert sich der natürliche Schutzschild der Haut: Das von den Talgdrüsen ausgeschiedene Fett ("Sebum") legt sich als dünner Film über die Hautoberfläche und wirkt wie ein Siegel. Lässt die Schutzfunktion dieses Hydrolipidfilms nach, wird Feuchtigkeit nicht mehr so gut gespeichert. Die Haut trocknet aus.

Schutzschild bröckelt

Bei trockener Haut ist die oberste Schicht (Hornschicht) brüchig, der Schutz deswegen unvollständig. Schadstoffe können leichter eindringen.

In Kombination von Kälte mit trockener Luft in geheizten Räumen können sich bei falscher oder fehlender Pflege schnell Probleme einstellen: Knitterfalten, fahler Teint, raue oder schuppende Hautpartien. Denn über Geschmeidigkeit und Glätte der Haut entscheidet der Wassergehalt der Hornschicht. Luftbefeuchter können die Luftfeuchtigkeit von 20 auf bis zu 60 Prozent erhöhen.

Pflege- und Vorbeugetipps

Für Wintersportler und andere Freiluftfanatiker sind so genannte Cold Creams zu empfehlen. Diese "kalten Cremes" sind fetter und enthalten weniger Wasser als eine reine Feuchtigkeitspflege. Durch das Plus an Lipiden (Fetten) wird die Haut vor dem Austrocknen geschützt. Besonders geeignet sind sie für empfindliche und trockene Haut; ansonsten sollte man sie nur als echtes "Frostschutzmittel" bei längerem Aufenthalt im Freien verwenden.

Prinzipiell ist es nicht nötig, die Gesichtspflege im Winter komplett umzustellen. Meist reicht es schon, von leichten Lotionen und Gels auf eine reichhaltigere Tages- oder Nachtcreme umzustellen, um der Haut den nötigen Schutz und viel Pflege zukommen zu lassen.

Keine alkoholhaltigen Wässerchen nehmen

Davor sollte die Haut bei Kälte verschont bleiben: alkoholhaltiges Gesichtswasser. Die besten Reinigungsmittel sind solche, die möglichst wenig Feuchtigkeit entziehen, wie Reinigungsmilch oder Syndets ("synthetic detergents"), deren pH-Wert jenem der Haut entspricht. Öle reinigen sanft, ohne zu schäumen, und hinterlassen einen pflegenden Film.

Die großen Temperatursprünge sind vor allem Menschen mit gefäßlabiler Haut (z.B. Couperose, erweiterte Äderchen) ein Problem. Hierfür gibt es Spezialprodukte in der Apotheke.

Anti-Aging-Produkte mit Nebenwirkung

Vorsicht geboten ist zur Zeit bei Präparaten, die viel Vitamin A enthalten. Retinol wird wegen seiner hautverjüngenden Eigenschaften in Anti-Aging-Produkten verwendet. Mit einem leichten Peelingeffekt - es trägt dazu bei, dass die obersten Hautzellen schneller abgeschilfert werden - macht es aber auch sensibel für Einflüsse von außen. (APA)

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