Taucher und Bibliothekare im Visier des FBI

11. Dezember 2002, 10:27
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Supercomputer und neue Software sollen Daten im Kampf gegen den Terrorismus sammeln

Das Federal Bureau of Investigation (FBI) plant eine Verbesserung der technischen Infrastruktur um so den Kampf gegen den Terrorismus für sich entscheiden zu können. Zahlreiche Supercomputer und neue Software sollen potentielle Täter schon im Vorfeld aufspüren und so geplante Anschläge verhindern. Datenschützer laufen gegen die Verletzung der Privatsphäre und die kommenden Datensammel-Aktionen Sturm - bislang aber ohne Erfolg.

Der Angriff aus den Tiefen des Meeres

Nach den Anschlägen des 11. September lassen die amerikanischen Bundesbehörden kein noch so kleines Gefahrenpotential unberücksichtigt. So wurden Tauchschulen aufgefordert sämtliche Unterlagen ihrer Schüler an das FBI zu übergeben. Nach einem Angriff aus der Luft scheinen die Behörden eine Attacke aus den Tiefen des Meeres nicht mehr für abwägig zu halten. Auch Bibliotheken werden regelmäßig kontrolliert und Rechner beschlagnahmt.

High-Tech gegen den Terrorismus

Rund um den 11. September scheiden sich auch die Ansichten von Bundesbehörden und Datenschützern. Während von offizieller Seite menschliches Versagen als Grund für das Nichtverhindern des Anschlages genannt, und damit die Beschaffung weiterer Daten und die Anschaffung neuer Hochleistungsrechner sowie besserer Software und Spionage-Tools legitimiert wird, sehen Datenschützer die Schuld nicht an mangelnder Datenmenge sondern in der Unfähigkeit der Behörden die Daten auszuwerten beziehungsweise diese zu teilen und weiterzuleiten, daher sollten ihrer Meinung nach nicht neue Daten gesammelt sondern die vorhandenen besser verwertet werden.

Big Brother in Perfektion

Laut amerikanischen Medienberichten sind schon jetzt einige Städte mit einem perfekten "Big Brother"-Überwachungssystem ausgestattet. Vor allem die Metropolen New York, Los Angeles, Chicago, Seattle und San Francisco verfügen über ausgeklügelte Software und riesige Datenbanken. Per Knopfdruck lassen sich - ohne richterliche Anordnung, so die Datenschützer - vom kleinsten Strafzettel bis zu persönlichen Angaben schon jetzt nahezu alle Informationen von Personen finden. Auch sollen bereits exzentrische Verhaltensmuster, wie etwa das Bezahlen eines Flugtickets mit Bargeld und nicht mit Kreditkarte, die Supercomputer zu so manchen "logischen" Schlüssen verleiten, die dann mit einem Eintrag in der Kartei der Verdächtigen enden. Allerdings - so die Hoffnung der Behörden - würde ein Computer mit entsprechenden Tools und ausreichenden Datenmengen die Fehler in den Ermittlungen rund um den 11. September vermeiden können.(red)

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FBI

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